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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
Entstehung
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Die beiden vorstechenden degenerativen Charakterzüge dieserGrossstadtkinder sind intellektuelle Sterilität und Zeugungsunver-mögen. Zu dieser intellektualen Verkümmerung tragen verschiedeneFaktoren bei: die Arbeit in Fabrik und Werkstelle, der Aufenthaltin wenig gesunden Räumen, frühzeitige Ausschweifungen und dievorzeitige Gewöhnung an Alkoholgenuss; wir können noch dieErblichkeit hinzufügen.

..In psychischer Beziehung schreibt Brouardel weiter -zeigen sie einen skeptischen, spöttischen Geist. Gleichgültigkeit füralles und besonders nach der moralischen Seite hin völliges Fohlenjedes Unterscheidungsvermögens zwischen gut und schlecht. Solchejunge Leute können geistreich und feurig erscheinen, wenn sie z. B.einen Vorgang erzählen, dessen Zeugen sie waren; wenn man aberihre eigentlichen Gedanken zu erforschen sucht, so bemerkt manbald mit Staunen, dass sie solche Gedanken gar nicht haben, dasssie eigentlich an gar nichts denken; denn sie haben gar kein Ur-teil, kein Unterscheidungsvermögcn und niemals ist auch nur derleiseste Gedanke an irgendwelche Gewissensbisse in ihrem Innernaufgetaucht.' :

..Sie besitzen die dem männlichen Geschlechte zukommendeZeugungsfähigkeit nicht und da sie sich auch körperlich gewisser-massen mehr nach der weiblichen Seite hin entwickeln, so werdensie sehr bald von den Agenten der Päderastie angeworben.''

..Sehen wir nun fährt Brouardel fort was aus diesemselben Typus im gutbürgerlichen Milieu wird. Man frage dieEltern, was sie von ihrem zehn- oder zwölfjährigen Jungen halten:er ist stets ein kleines Wunderkind. Und in der That ist er soaufgeweckt, hat so geistreiche Ausdrücke und Einfälle, dass er fürsein Alter wirklich interessant erscheint. Dann aber beobachteman ihn zur Zeit der Pubertät. Sein Wachstum will nicht rechtoder nur unregelmässig von statten gehen: ich kannte einen solchenJungen, der in drei Jahren nur um 2 cm gewachsen war und dannplötzlich in drei Monaten um 12 cm in die Höhe schoss. Manch-mal zeigen einzelne Körperteile ein Wachstum, das zu dem deranderen in keinem Verhältnis steht; und wenn z. B. der Fuss unddie Peroneotibial-Artikulation sich nicht gleichzeitig entwickeln, sokönnen gewisse Formen der Tarsalgie daraus entstehen. Das allesgeht nicht ohne allgemeine Störungen ab, wie Dyspepsie, Anorexie,Neurasthenie u. s. w. Zu gleicher Zeit entwickelt sich bei einigendie Fettleibigkeit, von welcher oben die Rede war."

In genetischer Beziehung findet sich diese Entwickelungs-hemmung manchmal durch diverse andere accidentelle Störungenkompliziert; sehr oft hat Brouardel Gelegenheit gehabt, bei 12-bis 15 jährigen Kindern Brustgeschwüre zu öffnen. Die gleiche