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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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Freiheit. Doch läuft er oft von Hause fort, um aufs Geratewohlin der Stadt umherzustreifen. "Wenn er in Bogleitung ausgeht, soweiss er sich unter irgend einem Vorwande von der mit seinerÜberwachung betrauten Person zu entfernen und statt wieder zuihr zurückzukehren, läuft er nach der entgegengesetzten Richtung,meistens ganz zweck- und ziellos.

Diese bei den Schwachsinnigen sehr häufig vorkommendenAusreissereien rühren wahrscheinlich von ihrer natürlichen Unbe-ständigkeit her. Der Ungehorsam ist ein eigentlicher Charakterzugihres Wesens, der übrigens sehr wohl zu ihrem Hang zum Vaga-bundentum passt. Und es sind stets die gleichen: meistens dieschlimmsten Subjekte, die absolut nichts thun wollen, weder in derSchule noch in der Werkstatt, die in den Asylen die Rädelsführerbei. allen dummen Streichen abgeben, die kleine Revolten gegen die .Wärter anzetteln und die Schwächeren zum Mitmachen verleiten.Es scheint fasst so. als ob sie ihre Aufmerksamkeit auf nichts anderesals auf Bosheiten zu konzentrieren vermöchten.

3. Weibischer Typus. Brouardel hat uns auf demkriminalanthropologischen Kongress zu Paris (Actes du 11 Congres,1889) einen Typus beschrieben, den ich vergessen hatte (und dieswar eine sehr grosse Lücke), nämlich den des weibischen geborenenVerbrechers.

Der Pariser Gassenjunge schreibt er hat eine lebhafteIntelligenz und ist geistig frühreif. Im allgemeinen ist er klein,aufgeweckt, keineswegs auf den Mund gefallen, intelligent, sehr ge-wandt unddebrouillard" d. h. sehr frei und offenherzig; aber mit1216 Jahren ist der Kerl noch klein, begreift langsam und hatkeine Willenskraft; er hat zur Zeit der Pubertät eine Entwicklungs-hemmung erlitten und seine Körperbildung ist stationär geblieben.Der Penis ist dünn und schmächtig, die Hoden sind klein, dieSchamhaare spärlich, die Haut ist glatt und der Bart sehr dünn.Das Skelett entwickelt sich nicht voll zu einem männlichen, dasBecken weitet sich und die äusseren Formen werden rundlich(potelees), weil in den subkutanen Geweben Fettablagerungen ent-stehen, welche auch die Brüste schwellen machen."

Dieser anatomische Zustand persistiert, und Brouardel hatIndividuen von 2530 Jahren beobachtet, die noch ganz denselbenAnblick boten.

So fand er bei der Autopsie bei einem 32jährigen ManneAtrophie der Geschlechtsorgane; Blase. Prostata und die ischio-cavernosen Muskeln waren die eines Kindes. Gegen das 16. oder18. Jahr hin beginnen diese Zwitterwesen fett zu werden, ihreFormen werden rundlich und Gang und Haltung werden weibisch-