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wahrhaft wissenschaftliches, d. h. auf der genauen Kenntnis derThatsachen beruhendes und von ernster Sittlichkeit durch-drungenes wäre.
Könnte man mit mehr oder weniger freier Kolonisation derVagabunden gute Resultate erlangen?
Die Antwort auf diese Frage muss negativ ausfallen. Wenngewiss viele Verbrecher gute Kolonisten abgäben und als solchenützliche und ehrliche Glieder der menschlichen Gesellschaft werdenkönnten, so machen Faulheit und Widerwille gegen ein festes Domizildie Vagabunden zur Durchführung der Kolonisten ungeschickt.
2. Schwachsinnige Vagabunden. — Vielleicht wird mandiese neue Verbrecherspecies noch besser begreifen, wenn man siemit gewissen von Dr. So Hier beschriebenen Schwachsinnigen zu-sammenhält. Es giebt Schwachsinnige — schreibt letzterer [Psycho-logie de J'idiot et de l'imbecüe) — die trotz aller Ermahnungenund allem Drängen absolut zu keiner Arbeit zu bewegen sind.Ganze Tage lang gehen sie müssig. halten Maulaffen feil, sehen zu.wie andere arbeiten, geben ihnen oft und gern Ratschläge, wie siedieses oder jenes besser machen könnten, und glauben schliesslich,dass sie weiss Gott was zu thun hätten, weil sie dahin und dorthinlaufen und allen im Wege stehen. Wenn die oben beschriebenenVagabunden schlecht und widerwillig arbeiten, so thun diesegar nichts.
Der Hang zur Vagabondago ist bei den Schwachsinnigen sehrstark'entwickelt. Sie laufen einfach weg. ohne zu wissen, wo siehin wollen, gehen immer grad aus ihrer Nase nach, sie verlassendie Ihrigen, ohne sich im geringsten um ihre Subsistenzmittel zukümmern.
Oft kommt es vor. dass sie zu zweien oder dreien aus denAsylen entwischen; sie marschieren unablässig weiter. Tag undNacht, besonders aber bei Nacht, während sie sich am Tage ver-stockt halten; manchmal sprechen sie auf den Bauernhöfen um Ar-beit ein. damit man sie eine Nacht in der Scheune schlafen lässtoder ihnen ein Stück Brot giebt. bis sie schliesslich, von der Notgetrieben, in eine grössere Stadt kommen, wo sie arretiert werden.
Wenn man aber auch diesen Vagantentrieb bei den in Asyleneingeschlossenen armen Idioten aus einem gewissen Freiheitsdrängeerklären kann, so lässt sich diese Erscheinung bei anderen, die inihren Familien die sorgsamste Pflege und alle erdenkliche Be-quemlichkeit finden, nur schwer begreifen.
Herr X ...., Sohn eines reichen Industriellen, wurde in-folge eines typhösen Fiebers vollkommen blödsinnig; er geniesst zuHause die aufmerksamste und sorgsamste Pflege und die grösste