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abgewinne; ich bin dem Hauptfehler meines Vaters gefolgt undhabe mich ans Absinthtrinken gewöhnt."
„Da ich nicht gern arbeitete, so dachte ich nur ans Amüsement."
„Je schlechter ich gekleidet war und in je schlimmerer Ge-sellschaft ich mich befand, um so stolzer war ich. Ich war immerverschlossen und gallig, ich dachte an nichts anderes, als wiej.ichmeine Brüder plagen und ihnen Messerstiche versetzen könnte.Blut fliessen sehen, war mein höchster Wunsch." Nach einigenSchimpfereien auf seine Familie, die — wie er sagt — nur ihrenwohlverdienten Lohn erhält, beschreibt er mit der grössten Ge-nauigkeit die einzelnen Umstände seiner blutigen That.
Er hatte in einer bescheidenen Arbeiterfamilie, die ihm Kostund Logis gewährte, Unterkunft gefunden. Hier versetzte Lepagoder Frau, während sie mit ihrem zweijährigen Kinde an der Seiteschlief, einen .Messerstich.
Er hatte sie töten Wollen, um ihr ein Portemonnaie zu ent-wenden, das neun Franken enthielt und" unter ihrem Kopfkissenlag; im Kotfall hatte er auch das Kind töten wollen, wenn es ge-schrieen hätte.
Diesen verbrecherischen Vorsatz bekannte Lepage, als erarretiert und verhört wurde, mit lauter Stimme, als ob es sichum eine Heldenthat handle.
„Ja wohl, ich bins. schrie er, der Frau P .... töten wollte;ich wollte ihr ihr Portemonnaie mit den neun Franken unter demKissen hervornehmen."
Als er im Kabinett des Untersuchungsrichters mit seinemOpfer konfrontiert wurde. zeigte Lepago auch nicht die leisesteBeuc; er ballte die Fäuste und schrie mit bösem Blick und wütendenGebärden: .,Gebt mir ein Messer, dass ich das "Weib kalt mache.Denn so muss ich büssen, weil ich ihr ein wenig die Haut geritzt . . .Ja wohl heule ich. aber nur aus Wut darüber, weil man michwegen dem bisschen Aderlass eingelocht." Als er seinem Vatergegenübergestellt wurde, höhnte er diesen und antwortete auf seineVorwürfe: „Macht mit mir, was ihr wollt, zahm machen könnt ihrmich doch nicht".
Von seiner verstorbenen Mutter sprechend, meinteer: „Wennmeine Mutter am Leben geblieben, hätte ich das wohl nicht gethan."
..Ich bereue, dass ich nicht früher zugestossen habe. Aberich hab warten müssen, bis sie schlief. Dann stand ich auf. mitdem festen Vorsatz, kein Mitleid zu üben." ;
Ich hob den Arm auf und stiess kurz zu. Das Messer drangtief ins Fleisch. Ich zog es wieder heraus, um ihr noch einenzweiten Stoss zu versetzen, aber das Opfer erwachte und sagte:„Ach, der Dummkopf hat mir weh gethan."
Lombroso, Verbrecherstudien. 7