Druckschrift 
3 (1883)
Seite
517
Einzelbild herunterladen
 

DEUTSCHE WÖRTER FÜR KRIEG. 517

sondern der persönlichen Verherrlichung dienen sollte. Dochich breche allgemeinere Betrachtungen ab, weil sich die Unter-suchung erst selbst rechtfertigen muss, und beginne mit deneinzelnen Wörtern.

[Auf dem Einleitungsblatt hat W. Grimm mit Bleistift nochfolgende aphoristische Sätze nachgetragen:]

Die Sprache hat in der ältesten Zeit für die verschiedenenAbstufungen eines Begriffs fast immer einen besonderen Aus-druck; in der Folge ändert sich der Begriff, oder die feinenSchattierungen verschwinden oder rinnen zusammen, dann änderndie Worte ihre Bedeutung und gehen oft zum grossen Theilein, weil sie weiter keine Dienste leisten. Beobachtung desWechsels, Naturgeschichte des Worts.

Ein Beispiel oder ein Begriff, der nie fehlte und von demjedesmaligen geistigen Zustand eines Volks Zeugnis ablegt, istbellum.

Die Götter in den Mythen streiten schon mit einander,wie die Elemente mit einander, aber das ist nicht der Kampfder Helden. Das Gute und Böse streitet mit einander, Lichtmit dem Tag; aber gut und bös hat nicht die sittliche Be-deutung unserer Tage.

Die geschichtliche Auffassung zeigt, welchen Vortheil einaltdeutsches Wörterbuch von diesem Gesichtspunkt gewährenmüsste. So geschichtlich abgefasst ist uns ein mittelhochdeut-sches Wörterbuch zu wünschen. Hat Benecke die Beispielechronologisch geordnet?

Auf die verschiedenen Namen von Pferd hat man schonfrüher aufmerksam gemacht. Sie verdienten aufs Neue eineBearbeitung.

[Dazu gebe ich noch einige Gedankenspäne aus Zetteln:]Einleitung. Ich habe mich freilich bemüht, vollständig zu sein.Aber gewiss wird noch manches nachzutragen sein. Ich willnur hoffen, dass dadurch nicht die Ergebnisse aufgehoben werden.