Druckschrift 
3 (1883)
Seite
450
Einzelbild herunterladen
 

450 ÜBER DIE BEDEUTUNG DER DEUTSCHEN FINGERNAMEN.

gang, der dümeleng hau e ferksche gegolden (Ferkelchen ge-kauft): der leckfeng hau e dudt gedoh: der langmann hau etege schaaf gelath: der Johann hau de putese (Würste) gemäht:en de Schelme piphans hau alles opgeisse (aufgegessen); seinlistiges diebisches Wesen wird hier angedeutet. Eine vierteErzählung aus dem Mecklenburgischen nach mündlicher Über-lieferung steht zwischen den vorigen, der Lecker schüttelt die'Pflaumen, der Langmann sammelt sie, der Goldringer trägt sienach Haus, der kleine Schelm frisst sie alle auf. Auch in denMärchen steckt der kleine Hausgeist dem Herrn was das Ge-sinde heimlich Unrechtes und Böses gethan hat. Wir pflegeneinen Neugierigen, der sich durch zudringliche Fragen lästigmacht, mit der Antwort abzuwehren: mein kleiner Finger hatmirs gesagt: * »In Berlin wird Deutschlands Schicksal ent-schieden« des hat mich mein kle'ener Finger gesagt un uf denkann ick mir verlaassen. Aujust Buddelmeyers fliegendes Blatt,Preussen wird Kaiser! Berlin (1849 März) S. 7. Ernst MeierDeutsche Kinderreime S. 92. * Diesen Ausdruck kann ich ineinem alten Gedicht nachweisen (Fragmente bei Müller 3, S. 27 b ),ich weiz vil wol waz da gescbach, min minnester vinger mirsverjach. Also sind wir auch hier zu einem persönlichen alp-artigen Wesen gelangt.