424 GLOSSAE CASSELLANAE.
der deutsche Satz waz wärim durfti ist an sich richtig, ja erkommt anderwärts mehrmals vor (Sprachschatz 5, S. 211). Zudem Plur. passt dann auch managö und fällt weg als beispiel-lose Form für multum, wie es im Sprachschatz 2, S. 761 auf-geführt wird. Aber necessitas ist falsch, es muss necesse stehen,wie vorher Zeile 22, wodurch multum gerechtfertigt wird. AuchZeile 25 ist wohl necesse zu bessern, zumal dürft hier, wie ge-wöhnlich, adjectivische Bedeutung hat.
I 1. 2. Statt intellexisti ist intellegis (wie hier geschriebenwird) zu lesen. * Haupt Zeitschr. 4, S. 472. * firnemis ist offen-bar eine Änderung, die jemand ohne Grund hinzugefügt hat,denn die Partikel lautet hier fir. Nach non ego ist intellegozu verstehen, ni ih bei Otfried nih (Sprachschatz 2, S. 970).I 4. intellegimus muss vor firnemames gelesen werden. I 5.Vor ih avar stand erst ergo, ist aber in et ego gebessert.I 6. Statt remanda ist remando zu setzen, denn es gehört zudem vorhergehenden et ego. I 8. wanta ni kann ich im
Sprachschatz 2, S. 970 und 4, S. 1206, wo es hin gehört, nichtfinden, und wahrscheinlich ist es übersehen. Graff hat nureinen Beleg von hwanta aus den Fragm. theot. 6, 16 in derBedeutung von quare: er fügt die Bemerkung hinzu, dass sichdiese Bedeutung sonst nicht zeige; vgl. Grammatik 3, S. 183.Das nach töis folgende sicp ist ungültig als halb gelöschterAnfang der folgenden Zeile. I 12. Man kann nicht etwa
sapientis lesen, es steht deutlich sapienti sunt. Wenn auch476 Zeile 10 sapiens vorkommt, so braucht man doch hier keinen52 Schreibfehler anzunehmen, sondern es ist schülerhafte Unwissen-heit. I 13. sapientia steht nicht da, wie man aus Eccardund dem Sprachschatz 6, S. 322 schliessen sollte. Ich ver-muthe, der Abschreiber, der den Zusammenhang der Zeilennicht einsah, hatte das Adjectivum im Sinn, von welchem inder vorangehenden Zeile der Plur. sapienti angenommen war:dem sollte spähe entsprechen; wirklich lautet auch Zeile 16 dasSubstantivum spähi. I 14. walhum (Walahum) kann derForm nach nichts anderes sein als der Dat. Plur. von WalahRomanus; vgl. Sprachschatz 1, S. 841 — 842. Grammatik 3,S. 420. In Walhum bei den Wälschen ist dem Sinn nach so