Druckschrift 
3 (1883)
Seite
382
Einzelbild herunterladen
 

382 GLOSSAE CASSELLANAE.

müssen. Ahnliche Klage hat schon W. Wackernagel*) (HauptsZeitschrift 3, S. 123.127) in Rücksicht auf die Engelberger undRheinauer Glossen geführt, und es hat das Ansehen, als obder ganze Sprachschatz nach den Quellen neu müsse ausge-438 arbeitet werden, wenn man sich darauf verlassen soll. Ein14 sicherer und vollständiger Text der Casseler Glossen ist alsoein Bedürfnis: ein Facsimile aber ist unerlässlich, da die Schrift-züge nicht selten zweifelhaft und einzelne Buchstaben hier undda halb erloschen sind *).

IL

Die Glossen und die Exhortatio sind nicht von einer undderselben Hand geschrieben: dort war die Feder breiter undsicherer, hier sind die Buchstaben kleiner, minder fett, auchungleicher, wiewohl die Züge an sich ziemlich ähnlich er-scheinen: gleichzeitig werden sie ohnehin sein. Aber auch beiden Glossen unterscheide ich wieder zwei Schreiber: die beidenletzten Seiten H und I sind von einer anderen Hand; auf P,wo die Buchstaben etwas grösser ausgefallen sind, ist die Schriftam besten. Die erste Hand sondert auf D die Wörter beiderSprachen durch drei gekrümmte, von oben herab laufendeStriche, wie sie in der Exhortatio den lateinischen und deutschenText trennen. Auf F sind die zusammengehörigen Wörternur durch Einen solchen Strich aus einander gehalten, auf Gdurch zwei, wo aber in der dritten Spalte, weil nicht Raumgenug war, die Glossen nicht neben einander stehen, sonderndas deutsche Wort unten hin gesetzt ist. Auf H und I sinddiese Striche aufgegeben und die Glossen hinter einander un-unterbrochen fortgeschrieben: aber jedes Wort oder wenigstensjede Glosse ist durch einen Punkt getrennt. Auf den vorhergehenden Blättern stehen nur Punkte, wo sie einen Irrthumabwehren sollen, so hinter hals D 19. ashla D 21. fodarmäziuG 11. gerala. tina G b 14. sedella G b 16.

Beide Schreiber unterscheiden sich durch den Gebrauchder Abbreviaturen. Bei dem ersten sind sie selten und leicht,

l ) * Vergl. Mone Anzeiger 1836, S. 229. Sumerlaten Einl. **) [Es muss ebenfalls -wegbleiben, um den Band nicht allzu sehr zu ver-theuern.]