Druckschrift 
3 (1883)
Seite
358
Einzelbild herunterladen
 

358 DIE SAGE VON ATHIS UND PROPHILIAS.

Attaf wird voi" den Kalifen gebracht, der ihm erklärt, dass ereinen Wunsch von ihm gerne erfüllen wolle. Der Grossmüthigebittet um die Straflosigkeit seines Feindes Abdalmalek. Erschenkt dann dem Kerkermeister sein ganzes Vermögen, wirdaber von Giafar reichlich entschädigt.

Diese Erzählung findet sich nicht bei Galland, sondern erstin der Fortsetzung -der 1001 Nacht von Caussin de Perceval(Bd 9), sie kommt auch in der von Chavis bekannt gemachten,von Cazotte überarbeiteten Fortsetzung vor (Cabinet des feesBd 38, S. 112270, wo sie »Die Macht des Schicksals« über-schrieben ist). Sie weicht nicht bloss im Einzelnen ab, man-kann sie als eine ganz neue Auffassung betrachten, wenn auchdie Verwandtschaft ausser Zweifel bleibt. Es treten unbekanntePersonen auf und geisterhafte Wesen, welche die Ereignisse196 lenken und den eigentlichen Inhalt der Überlieferung verdunkeln.Es wird am besten sein, hier ganz darüber hinauszugehen, daes wahrscheinlich lauter Änderungen und Zusätze von Cazottesind, dessen Verhältnis zu seiner Quelle nicht näher bekannt ist.

7. Eine andere orientalische Überlieferung hat CaylusOeuvres badines 7, p. 208222 mitgetheilt.

Der König von Korassan erlaubt seinem Sohn sich einerKaravane nach Mekka anzuschliessen und empfiehlt ihn seinemFreunde Naz Rayyar, Befehlshaber von Babylon. In der Nähedieser Stadt wird der Prinz von Räubern überfallen und ver-wundet. Man bringt ihn zu Naz Rayyar, dessen guter Ruf nochgrösser ist als der Reichthum, den er besitzt, und der Prinzempfängt von ihm jede Art von Gastfreundschaft. Eines Tags,aus dem Bad zurückkehrend, erblickt er in der Nähe des Pa-lastes seines Freundes an dem Fenster eine Frau, deren Schön-heit die heftigste Liebe in ihm erregt. Er bleibt unbeweglichstehen, und so findet ihn Naz Rayyar, der zufällig vorübergeht.Der Prinz sagt ihm, dass er sterben werde, wenn er nicht inden Besitz der Schönheit gelange. Mit inniger Bewegung er-widert ihm der Grossmüthige, er möge sich beruhigen, in vierMonaten werde sein Wunsch erfüllt sein. Hierauf geht NazRayyar zu seiner Frau, denn diese war die Schönheit, und kün-digt ihr an, dass er ihre Ehe auflösen müsse. Sie begibt sich