356 DIE ' SA G E y ON ATHIS UND PROPHILIAS.
Während ihrer Unterredung kommt ihr Vater Abdallah. Gleichdarauf werden die Kleider und Sachen der Frau gebracht, undAttaf erscheint und erklärt, dass er durch einen Eid genöthigtsei, von seiner Frau sich zu trennen. Die Scheidung wird194 vollzogen, Attaf meldet seinem Gast, dass alles geordnet sei undsicher*), sobald die nöthige.Zeit vorüber sei, die Vermählungmit jener Frau stattfinden könne. Als dieser Zeitpunkt ge-kommen ist, gibt ihm Attaf den Rath, bei dieser Gelegenheitsich im vollen Glanz seiner Würde zu zeigen, für alles Nöthigehabe er schon gesorgt: er möge in der Stille sein Haus ver-lassen und nach Hems oder Hamah gehen, von da möge erals Grosswesir wieder einziehen, Abdalmalek, der Statthalter,werde ihn ehrenvoll empfangen und Abdallah ihm gerne seineTochter geben. Es wird alles ausgeführt, wie es Attaf bestimmthat. Als die Ehe geschlossen ist, kehrt Giafar mit der Neu-vermählten nach Bagdad zurück. Attaf folgt ihm mit einigenseiner Leute, Giafar ersucht ihn aber zurückzukehren, damit ernicht eine Nacht abwesend sei.
Indessen wird Attaf von seinen Feinden bei dem Abdalmalekverdächtigt, als sei er bloss deswegen dem Grosswesir nach-geeilt, um an seiner Stelle zum Statthalter von Damas ernanntzu werden. Abdalmalek beschliesst das Verderben Attafs. Inder Nacht lässt er die Leiche eines eben ermordeten Mannesin Attafs Garten verbergen und den nachfolgenden Tag Nach-suchungen anstellen. Die Leiche wird bald gefunden und Attafvor Abdalmalek geführt. Da er gegen seine Nachbarn gross-müthig sein und die gewöhnliche Geldstrafe für sie erlegen will,bekennt er sich des Mordes schuldig, wird aber nach strengemRecht zum Tod verurtheilt; der Kerkermeister soll ihn in derNacht erdrosseln. Dieser, der Wohlthaten von ihm empfangenhat, beschliesst ihn zu befreien: er zerbricht die Ketten des Ge-fangenen, zerreisst seine eigenen Kleider, verwundet sich imGesicht und lässt sich von ihm einen Pfropfen in den Mundstecken. Attaf, die Grossmuth des Kerkermeisters beweinend,entflieht und wird unterwegs von Räubern überfallen, die ihmalles wegnehmen, was er hat.
*) [Im Text steht unverständlich: er sieh. Ich habe »sicher« geschrieben.]