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3 (1883)
Seite
238
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238 ATHIS UND PROPHILIAS.

v.

Kürzungen, zumal ungewöhnliche, lässt diese Mundart nichtgerne zu, wie sie überhaupt die mitteldeutschen Dichter nichtlieben: auch dies ist Einwirkung des Niederdeutschen und führtevon selbst zu glatter Eintönigkeit der Verse. Von den Zusammen-ziehungen durch Wegfall des h war schon oben * S. 15. 16 * dieRede; ich erwähne noch gemuon F 98, welche Form auch altist (Sprachschatz 2, S. 600): ähnlicherweise findet sich geruon(: tuon) in Wernhers Veronica 5, 5. Lambrechts AlexanderBl. 14 b . 14 d und Veldekes Äneide 3956, doch auch in ReinbotsGeorg 2664. Die Kürzung vrägtin A 109 und voigtin B 74habe ich annehmen müssen, doch minnite A 34, 37. vrouwite368 B 166 und tungite C 74 beibehalten, obgleich das nächste24 Wort nicht mit einem Vocal anfängt, selbst machitin A 73.volgitin A 100. langitin B 23 und vrouwitin D 57 auf dieseWeise gelten lassen; ich habe dies in Rücksicht auf die gute,das Metrische sonst beachtende Handschrift und auf die in derRegel die älteren vollen Formen bewahrende Mundart gethan,gebe aber zu, dass man auch kürzen kann. Dagegen die Kür-zung zweisilbiger Präterita mit langer erster Silbe ist dieserSprache ohne Zweifel zu stark, deshalb war sahn C 87. 90nicht zulässig: B 156. C 82 stand es ohne Grund; ohnehinsollte h wohl nur das lange a anzeigen. Das tonlose i = e vorauslautendem Consonant schwindet nur in mins F 47. dinsF 141. eins F 56 wie bei Konrad (Haupt zu Engelhart 444).Und diese Beispiele sind nicht einmal sicher, denn F 47 kannminis leidis: dest mir leit gelesen werden und ist wohl besser.B 154 habe ich nicht ändern wollen, weil es nicht durchausnöthig ist. F 141 wäre din selbis, wie E 49 und- auch imPassional 62, 1 steht, hochdeutsch und F 56 einis dem Vers-mass nicht entgegen. Bei Eigennamen ist grössere Freiheit,ich habe Prophiljäs und Cardjones dreisilbig gesetzt, gegen dievolleren Formen der Handschrift, weil sonst metrische Schwierig-keiten nicht hinweg zu räumen waren.

Verschleifungen des bestimmten Artikels mit einer vorher-gehenden Präposition sind nicht selten und werden in der Hand-