DER EPILOG ZUM ROLANDSLIEDE. 207
ein Gedicht von diesem Umfang (etwa 9250 Zeilen) erst insLateinische, hernach noch metrisch ins Deutsche zu übersetzen.Wenn Massmann gar noch die (geringe) Einmischung nieder-deutscher Sprachformen, die ja in den meisten Gedichten deszwölften Jahrhunderts sich zeigt, aus des Bischofs schwäbischerHerkunft und seinem Aufenthalt in Lübeck erklärt, wenn er»zu Hilfe nimmt«, dass Bruchstücke einer Handschrift in dem»nicht fernen (?), nicht beziehungslosen Schwerin« (etwa weilHeinrich das Land, der Obotriten eroberte? Was hatte das füreinen Einfluss auf die Übersetzung des Liedes?) sich befinden,so führe ich das nur an, um zu zeigen, wie ein allzu grossesBestreben scharfsichtig zu sein auf falsche Fährte verlockt.
Wilhelm Grimm.