DIE SAGE VOM URSPRUNG DER CHRISTUSBILDER. 199
rillo 1, S. 44), so darf man, da es den am Kreuze leidendenHeiland darstellt, schon eine verhältnissinässig nicht sehr alteArbeit erwarten.
Sodann glaubt man die Leinewand zu besitzen, welche denLeib Christi im Grab bedeckte und auf welcher seine durchein Wunder abgedrückte Gestalt sich zeigt. Am berühmtestensind die Tücher zu Besancon und zu Turin. Job. Jac. Chifflethat darüber mit beigefügten Nachbildungen eine besondere,sorgfältig gearbeitete Schrift geliefert: de linteis sepulchralibusChristi servatoris crisis historica. Antverpiae 1626. 4. BeideTücher, wiewohl nicht völlig gleich, zeigen den byzantinischenTypus, nur dass die Augen geschlossen sind. Über das Alterlässt sich nichts Bestimmtes sagen. Zeugnisse von dem Daseindes Bildes zu Besancon reichen bis zum sechszehnten Jahr-hundert, bei dem anderen bis zu dem Ende des vierzehnten.Chifflet vermuthet, dass jenes im zwölften Jahrhundert dorthingekommen sei, aber es lässt sich nicht nachweisen: nur sovielist nach einer Urkunde vom Jahr 1051 gewiss, dass PapstLeo IX es noch nicht dort sah. Man besass im elften Jahr-hundert, wie ein Zeugnis vom Jahr 1092 ausweist, das Tuch,in welches Christi Leiche im Grab gewickelt war, aber es wirdnichts von einem Abdruck seiner Gestalt darauf gesagt. Auchspäterhin zeigte man solche ganz weisse Tücher. Des Schweiss-tuches, das Christi Haupt im Grabe sollte bedeckt haben unddas wunderthätige Eigenschaften besass, gedenkt schon Bedavenerabilis (f735): aber er weiss nichts von einem Bilde darauf 175(vgl. Chifflet S. 27). Nach dem Mönch Alberich, der in derMitte des dreizehnten Jahrhunderts schrieb (Leibnitz access*hist. 2), ward das Schweisstuch bei der Belagerung von Anti-ochien im Jahr 1098 gefunden, als man die heilige Lanze ent-deckte: daneben nämlich stand ein bleiernes Gefäss, et erat ineodem vasculo sudarium domini nostri Jesu Christi diligentissimecollocatum. Kein Wort von einem Bilde darauf.