126 ZUR LITTERATUR DER RUNEN.
Runensteine, worin Thomsen die Bornholmer, Finn Magnussendie isländischen Steine beschreibt und Rask eine neue Erklä-rung des Thirstedstein mittheilt. Ich habe diese Schrift aus-führlich in den Göttinger gel. Blättern 1825, No. 83 [S. 825—830= Kl. Sehr. II, S. 365—370] angezeigt und kann dorthin ver-weisen.
Zur Litteratur gehört: Das Neueste über die Runen. Äusse-rungen des Herrn A. und B. Kopenhagen 1821. Ein halberBogen in Quart nebst einem halben Bogen Steindruck. A. istder schon vorhin genannte M. F. Arendt, aus dessen »Skandi-viska Paleografien«, die er im Jahre 1818 in Linköping aufeinem grossen Folioblatte hat drucken lassen, hier zwei Alpha-bete wiederholt sind. Das eine enthält die alten Runen, in derGestalt, in welcher sie auf den ältesten Denkmälern vorkommen,wie wir sie aber längst schon kennen. Er nennt sie »des nörd-lichen Europas ältestes und einfaches Alphabet« und lässt esaus dem südöstlichen Griechenland abstammen. Das anderevollständige besteht aus 32 Runen, die aus späteren Denkmälerndes 11.—13. Jahrhunderts zusammengetragen sind. Wären dieQuellen angegeben, so würde es mehr Werth haben; aber derVerfasser, der allerdings mit eigenen Augen auf seinen Reisenmanches gesehen hatte und seiner Arbeit einen Vorzug gebenkonnte, gefiel sich in blossen Aussprüchen besser und war be-scheiden genug, in sich selbst die beste Quelle zu erblicken.Eine nähere Erörterung über die vorausgesetzte Herkunft der39 Runen aus dem südöstlichen Griechenland würde er unter seinerWürde gehalten haben. — Die Äusserungen des Herrn B.(WerlaufFs, wo ich nicht irre) liefern einige passende Anmer-kungen zu den Arendtschen Aussprüchen. Das zweite voll-ständige Alphabet sei hauptsächlich aus norwegischen Inschriftengeschöpft. Übrigens ist auch er der Meinung von der Abkunftder Runen aus Osten zugethan, eine an sich und aus den all-gemeinen, auch hier angeführten Gründen nicht verwerflicheVermuthung, die jedoch erst durch genaue Ausführung rechtenWerth erhält, diese aber wird erst durch Monumente, die unsnoch immer fehlen, möglich gemacht. Von den slavischen Runensagt Arendt, es seien die nordischen, aus dem griechischen AI-