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3 (1883)
Seite
125
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ZUR LITTERATUR DER RUNEN. ]25

Man kennt, der neuesten Angabe Sjöborgs zufolge, dort nahan 1300 Runensteine, von welchen allein 700 auf Upplandkommen. Abzeichnungen sind das erste und leichteste Mittelder Erhaltung, denn, wer sollte es glauben? sie sind mehr alsandere der Zerstörung, und zwar der absichtlichen, ausgesetzt,so dass nach fünfzig Jahren mancher vergeblich gesucht wird.In Kopenhagen wenigstens hatte man davon traurige Beispieleerlebt. In den Nordiska Fornlemningar af J. C. Liljegreen ochC. G. Brunnius (Stockholm 1823, in 8°, nur die zwei erstenBände sind bis jetzt herübergekommen, vgl. Göttinger gel. An-zeigen 1826 No. 37 [S. 361366 = Kl. Sehr. II, S. 376379])findet man vierzehn unbekannte Steine abgebildet und kurz er-läutert. Der vorhin genannte N. H. Sjöborg, ein thätiger schwe-discher Alterthumsforscher, besitzt eine bedeutende Sammlungvon Abbildungen bisher noch nicht angezeigter oder beschrie- 38bener Runendenkmäler, die er in seinen Samlingar för Nordensfornälskare (Stockholm 1822 in 4°) *) selbst angekündigt hat.In diesem, wie es scheint, deutschen Gelehrten noch unbekanntgebliebenen Werke, welches eine Anzahl Steindrücke mit sauberenAbbildungen nordischer Alterthümer enthält, hat er auf derletzten 43. Tafel vier Stück (Fig. 141144) als Probe abbildenlassen. Auf dem ersten wird zum Ruhme des Todten gesagt,dass er eine Fahrt nach England (TIL EGLANS) gemachthabe; auf No. 143 ist die ungewöhnliche Gestalt des S zu be-merken.

In Kopenhagen wird an einem grossen Werk gearbeitet,welches von sämmtlichen in Dänemark noch vorhandenen Runen-steinen Abbildungen, nach den Originalen mit der höchsten Ge-nauigkeit von Sachkundigen verfertigt, liefern und zugleich um-ständliche Erläuterungen enthalten soll. Die Gelehrten, die ander Spitze stehen, verbürgen hinlänglich den Erfolg dieserschönen Unternehmung, und ich wiederhole hier nur den Wunsch,dass Schweden und Norwegen diesem Beispiele bald nachfolgenmöchten. Angekündigt hat Nyerup das Werk in einem Ver-zeichnis der im Jahre 1824 in Dänemark noch vorhandenen

*) [Vgl. Göttinger gel. Anz. 1829 S. 1817-1839 = Kl. Sehr. II, S. 398-415].