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3 (1883)
Seite
116
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116 ZÜR LITTERATTJR DER RUNEN.

nicht überall vollkommen deutlich, kann man doch mit Sicher-heit behaupten, es sind nicht nordische, sondern angelsächsi-sche (wie denn auch auf den Tundernschen Hörnern keineanderen vorkommen), und ohne Zweifel wird man mit Erklärungderselben einen grossen Schritt im Verständnis der angelsächsi-schen Runen vorwärts thun. Durch Nyerups Güte besitze ichsieben Kupf'ertafeln mit Abbildungen dieser Goldbleche; siewaren für die Antiquarischen Annalen bestimmt, da man abermit den Zeichnungen, wornach sie gearbeitet sind, unzufriedenist, so sollen sie zurückbehalten und durch genauere ersetztwerden, auf welche man sich, namentlich was die Runenzeichenbetrifft, mit vollkommener Sicherheit verlassen kann. Bis da-hin also würde es nicht räthlich sein, sich an eine Erklärungzu wagen.

Nur das Eine will ich noch bemerken: die Arbeit an diesenGoldblechen kann man nicht roh nennen. Die blossen Zieratensind sorgfältig, reinlich und keineswegs geschmacklos. DieZeichnung der Thiere und Köpfe ist zwar nicht richtig, soll esaber auch nicht sein, da die Gestalten nicht das Natürliche dar-stellen wollen, sondern in Arabesken übergehen, und in dieserBeziehung zeigen einige Drehungen und Wendungen eine freie,geschickte Hand. Überhaupt erhält man nicht den Eindruckeiner anhebenden, unbeholfenen Kunst, sondern einer herab-gesunkenen, die bessere Vorbilder voraussetzt. In jedem Fallehaben diese Bracteaten weit mehr Verdienst, als die Byzanti-nischen Münzen, die man in nordischen Gräbern findet, wiewohleine gewisse Verwandtschaft in der Manier sich behaupten liesse.Mit den plumpen Silberbracteaten des Mittelalters dürfen sieaber nicht zusammengehalten werden, sie sind ohne Vergleichschärfer, zierlicher und regelmässiger gearbeitet.

11) ANGELSÄCHSISCHE RUNEN AUF NORDISCHEN

STEINEN.

Nachträglich zu § 21 meiner Schrift bemerke ich, dass in

Norwegen drei Steine mit angelsächsischen Runen neuerdings

31 entdeckt sind, zwei von Klüwer, der sie indessen noch nicht

bekannt gemacht hat; ihrer gedenkt Brynjulfsen Periculum runo-

logicum p. 125 und Finn Magnussen in dem Verzeichnis der