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3 (1883)
Seite
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32 DIE ALTNORDISCHE LITTERATUR.

übliche Sitte; auch kommt sie sonst nirgends als in der Floa-manna-Saga vor. Der Verfasser leitet die Zweikämpfe über-haupt theils aus dem Klima ab, das die Entwickelung der Leibes-kräfte zur Riesenstärke mehr begünstigte, theils aus der asiatischenAbkunft des germanischen Stammes; denn in den Ländern, wo-her die nordischen Völker sollen gekommen sein, fänden sichdeutliche Spuren davon. Auch hat man am Don, an der Wolgaund in Sibirien den nordischen ganz ähnliche Kampfplätze ge-funden. Vom Norden aus verbreitete sich die Sitte der Zwei-kämpfe unter die anderen Völker des Mittelalters; die Franzosenund Engländer haben sie von den Normannen, die Spanier vonden Gothen, die Italiener von den Langbarten erhalten. DerHolmgang diente auch zur Entscheidung von Rechtsstreitigkeiten,und das Volk konnte im Thing die Parteien dazu verurtheilen.Nach einem bestimmten Zeugnis gab Frode, spätestens im6. Jahrhundert, schon Gesetze über den Zweikampf; im An-fang des 11. Jahrhunderts wurden die Holmgänge in Island ab-geschafft.

Schon lange war die Fortsetzung eines grossen Werkes,die Geschichte der norwegischen Könige (Noregs Ko-nunga Sögor), erwartet. Die drei ersten Theile, welche dieHeimskringla des Snorre Sturleson enthielten, waren in denJahren 1777 —1783 in einer schönen und gelehrten Ausgabe(in Folio) auf Kosten des Kronprinzen erschienen. Schöning.dem Thorkelin und John Olafsen von Svefnöe (Hypnonesiensis) 1 )•21 zur Beihilfe gegeben waren, hatte die beiden ersten besorgt.Der erste endigt mit Olaf Tryggveson, und ihm ist eine Kartevom alten Norwegen zugefügt; der zweite enthält bloss Olafdes Heiligen Leben, mit einer Karte der drei nordischen Reiche.Nach Schönings Tod (1780) trat Thorlacius d. V. an seineStelle und beendigte durch angestrengten, nächtlichen Fleiss imJahre 1783 den dritten Theil. Dieser geht bis zu Magnus

') Er ist nämlich von dem in dieser Litteratur gleichfalls bekannten JohnOlafsen von Grnndvik, von dem die Vorarbeiten zur Edda herrühren, zuunterscheiden. In der Bibliotheca germano-glottica von Julius ist aus.jenemBeinamen durch Missverstand pag. 8 ein Eigennamen gemacht und sein Indexvocum poeticarum Landnamae Island, einem F. 0. Hypnon zugeschrieben.