10 I>IE ALTNORDISCHE LITTERATÜR.
7 Die bisher genannten Schriften kann man als den Über-
gang zu der neuen Periode betrachten, die mit der Erscheinungder Egils-Saga und der lateinischen Übersetzung der Niäls-Saga und dem Wörterbuche dazu im Jahre 1809, wodurchsich die Arna-Magnäanische Commission wieder in Thätigkeitsetzte, eigentlich anfängt. Die Nials-Saga war schon langeerwartet worden, aber noch im Jahre 1804 schien nach NyerupsÄusserung in dem vorhin erwähnten litterarischen Werke dieHoffnung dazu gering. Ihrer Wichtigkeit-ist schon gedacht,sie nimmt unter den prosaischen Sagen eine der ersten Stellenein. Zwar ist der Verfasser, wie bei diesen gewöhnlich, nichtbekannt, doch viele Gründe machen es wahrscheinlich, dass sievon Sämund Prode herrührt, also im Anfange des 12. Jahr-hunderts geschrieben wurde. Der Vortrag, überhaupt die Dar-stellung ist so trefflich, dass man die Unterredungen, denn diedialogische Form herrscht vor, mit anzuhören glaubt; die Cha-raktere sind in festen Zügen gehalten und die oft ausgezeich-neten und überraschenden Begebenheiten natürlich und schick-lich verknüpft. Es ist nicht sowohl die Lebensbeschreibungeines Einzelnen, als die inhaltsreiche Geschichte eines ganzen,von allen Seiten merkwürdigen Stammes. Das Rechtsverfahrenin Island wird in den häufigen Verhandlungen deutlich dar-
schrieben 1799. (In Gräters Bragur II, S. 354—379.) Nyerups Brief gegenAdelung in den Erholungen (Skandinav. Museum II, S. 16—33). Thor undOdin von Abrahamson. (Das. I, S.49—73.) Freie Übersetzung der Thorgrim-Prli des -Sage ins Dänische, von demselben. (Das.' 1800.) Über finnischeund lappische Religion, von demselben. (Schriften der skandinavischen-Litteratur-Gesellschaft IV, S. 446—475.) Schytte, Beitrag zu einem norwegi-schen Idiotikon. (Das. III, S. 59—112.) Werlauff, curae posteriores zu Abra-hamsons Erläuterung des Glavendrupischen Runensteins. (Das. III,S. 276 —288.) Nyerup, Über das Tryggevälde-(oder Vallöe-) Monumentund die Höhe, worauf es stand; der Runenstein befindet sich jetzt zu Kopen-hagen, Rask und Werlauff liefern hier zugleich eine neue Erklärung desselben(das. V, S. 404—447). Scheving, Critische Untersuchung über ein PaarStrophen in der Völuspa, besonders über die Stelle, welche von Erschaffungder Menschen handelt (das. VI, S. 175—220). Es wird dargethan, dass Lokeund Häner in einer genauen Verbindung mit Odin standen, und behauptet,dass Lodr ein Schreibfehler für Loptr (d. h. Loke), mithin ein Gott Lodernicht anzunehmen sei. Der letzteren Behauptung hat Finn Magnussen inseiner Schrift über Ossian widersprochen.