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3 (1883)
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2 DIE ALTNORDISCHE LITTERATÜR.

Herausgabe der wichtigsten Denkmäler entgegensetzte. DieKny tlinga-Saga blieb, nachdem sie bereits durch zwei Händegegangen, liegen, weil Register und Vorrede nicht zu Standekamen, und die ganze Auflage verdarb bis auf wenige Exemplare.Zwei andere Gelehrte unterziehen sich einer neuen, aber dereine stirbt, der andere wird verhindert wirklich Hand anzulegen.Die lateinisch« Übersetzung der ausgezeichneten Niala-Sagaerschien, weil ein Paar Bogen vom Register nicht konnten ge-liefert werden, erst nach 37 Jahren; gleiches Schicksal hattedie Egils-Saga. Zwischen der Herausgabe des ersten Bandesder Edda-Lieder und des soeben vollendeten zweiten liegt einZeitraum von mehr als dreissig Jahren, und doch ist der Werthderselben und ihre Wichtigkeit für den ganzen germanischenStamm unbezweifelt sehr gross.2 Die Erscheinung jenes ersten Theils der Sämundischen

Edda (Kopenhagen 1787) kann als der Schluss einer immersehr thätigen Periode, die man etwa mit dem Jahre 1772 be-ginnt, angesehen werden. Besonderes Leben verliehen ihr vor-züglich : Skule Theodor Thorlacius, Gerhard Schöning und PeterFriedrich von Suhm, jene durch ihre gründliche Gelehrsamkeit,dieser, der vieles umfassende Geschichtschreiber, durch seinengrossmüthigen Eifer; er allein hat zehn der wichtigsten Sagenauf seine Kosten drucken lassen, nicht von dem zu reden, waser sonst zur Beförderung dieser Litteratur gethan. Hierauffolgte ein Stillstand von 20 Jahren. Äussere Umstände mögenauch hier nachtheilig gewirkt haben, indessen trägt doch dieallgemein verbreitete Gesinnung jener Zeit die Hauptschuld:jene Geringschätzung des Alterthums bei zu grossem Vertrauen .auf die Kraft des eigenen Verstandes und Scharfsinnes. Nichtdas naturgemäss aus inneren, angeborenen Bedürfnissen ent-wickelte Leben, wie es die Denkmäler des Alterthums mit seinen.Mängeln und Tugenden vor die Augen zu rücken pflegen,schien einer Beachtung mehr werth, noch weniger würdig, Be-lehrung zu ertheilen; man erwartete alles von der Wirkungeigener, ausgedachter, auf keiner Geschichte ruhender Gegen-sätze, deren Enge und Kleinlichkeit nicht gefühlt wurde. Woetwas bloss der Gelehrsamkeit anheimfällt und die Beziehung