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Siebenzehnter Abschnitt.209dingniß, daß bis zur Rükkehr der Abgeordneten, diesie, um Gnade zu erflehen unverzüglich nach Athen sen-den würden, kein Bürger von Mitylene in Fesseln gelegt,in die Sklaverei verdammt, oder getödtet werden sollte.Diese Bedingniß wurde von Paches, dem Feldherrnder Athener, angenommen, die Stadt ward übergeben,und die Gesandtschaft gieng nach Athen ab.Unter den Volksrednern, die nach dem Tode desPerikles die öffentlichen Angelegenheiten zu Athen lenk-ten, war damals ein durch ungestümme Beredsamkeit,Leidenschaft und Frechheit ausgezeichneter Bösewicht, mitNamen Kleon. Dieser Mensch hatte sich von der nie-drigsten Klasse im Volk durch seine Ränke zu einem sohohen Grad von Ansehen erhoben, daß seine Vorschlä-ge in den Versammlungen der Bürger immer fast ohneUntersuchung und Prüfung angenommen wurden. Dieswar auch jezt der Fall, denn kaum hatten die Abge-ordneten ihre Bitten vorgetragen, als schon ein bluti-ger Beschluß erfolgte, der sämmtliche Bürger von Mity-lene zum Tode, ihre Frauen und Kinder aber zu ewigerSklaverei verdammte. Diese so wichtige Verhandlungward von dem leichtsinnigen Volke in einem Tage an-gefangen und beendigt. Am Abend ward ein Boot ausdem Hafen gesandt, um diesen Beschluß an den Pacheszu überbringen; doch bald erwachte bei den Athenerndas Gefühl der Menschlichkeit, und schon am folgendenMorgen beriefen sie eine neue Versammlung; Kleonwandte die ganze Kraft seiner wilden Beredsamkeit an,um das Volk bei seinem ersten Entschlusse zu bestärken,und kaum gelang es dem Diodot, der nach Kleon fürdie Lesbier ſprach, mit einer kleinen Mehrheit von Stim-men den Widerruf des blutigen Urtheils zu erringen.Sogleich wurde eine Galeere abgefertigt, um dem Pachesden neuen Beschluß zu melden. Die Abgeordneten ver-ſprachen den Ruderknechten reiche Belohnung, und dasSchiff