155Vierzehnter Abschnitt.ihren Auftrag zu vollziehen. Hamilcar fiel unter ihremSchwert, und fast in gleichem Augenblik loderte dieFlamme von der angezündeten Flotte empor. SobaldGelons Wachten auf den benachbarten Bergen dieſesZeichen der gelungenen That bemerkten, führte dieserkühne Feldherr sein Heer gegen die durch den Brandihrer Flotte bestürzten Karthager. Ein furchtbaresBlutbad ward von den erbitterten Siziliern angerichtet.Gelon befahl niemanden zu schonen, denn die Anzahlder Feinde war zu groß, um selbst nach dem Verlusteiner Schlacht nicht furchtbar zu seyn, über hundertund fünfzigtausend wurden in der Schlacht und aufder Flucht getödtet, was dem Tode auf dem Schlacht-felde entgieng, fiel in den weit härtern Zustand derSklaverei; denn die Ueberbleibsel dieses Heeres flohenauf eine Anhöhe, wo sie aus Mangel an Lebensmittelnund Wasser bald zur Uebergabe gezwungen wurden.Gelon vertheilte die Gefangenen in die sizilischenStädte nach dem Verhältniß der von ihnen gestelltenKrieger; der größere Theil fiel Syrakus und Agrigentzu, wo sie zur Vergrößerung und Verschönerung dieserHauptstädte gebraucht wurden.Karthago ward durch diese Niederlage mit tieferBekümmerniß und Bestürzung erfüllt. Man fürchtetebereits die Sieger vor den Mauern der Stadt zu se-hen, und fertigte Gesandte an Gelon mit dem Auf-trage ab, auf jede Bedingniß Waffenstillstand undFrieden zu schließen. Der edle Fürst empfieng siemit Mäsigung und gab ihnen den Frieden unterder Bedingniß, daß sie zweitausend Talente an Sil-ber für die Kosten des Krieges bezahlen, die Menschen-opfer abschaffen, und zwei Tempel, den einen zu Kar-thago, den andern zu Syrakus, zum Gedächtniß die-ses Krieges errichten sollten. Es wird von den Schrift-stellern nichts von der Zurükgabe der Gefangenen er-wähnt,
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