31und sind um so erwünschter, als solche Dinge Erzeugniß deseigenen lebendigen Triebes der Nation seyn müssen, und sichnicht wohl als Pflicht gebieten lassen.5) Die in den beiden vorigen Absätzen angegebenen Punktewerden übrigens hier nicht darum angeführt, damit jeder ein-zelne Pfleger und Vorstand sie auf der Stelle in Ausführungbringe; es ist nur zu gewiß, daß bei vielen der bestehendenSchulen kaum eine ſchwache Annäherung an die Idee zu er-reichen seyn wird; sondern damit sie dem regsamen Lehrer, dergleich in seinem Schulplane vorwärts rücken möchte, darin bei-stehen und ihm die Merkzeichen des Rechten geben, auf daßkein Augenblick für den Anfang des Besseren versäumt werde.Vor allen Dingen aber wird es sehr förderlich seyn wenn derBezirkspfleger, als Orts=Vorsteher seiner Pfarrschule, diese rechteigentlich zur Musterschule erheben, und sie den schwächernLehrern zur anschaulichen Belehrung vorhalten kann.6) Insbesondere wünscht der Schul=Rath, daß der Pflegersich von den angegebenen Standpunkten aus in genaue Kennt-niß seiner einzelnen Schulen setze, um ihm Auskunft zu gebenüber das, was einer jeden fehlt, und was in ihr etwa zuleisten wäre; und um ihm demnächst bei Ausführung des all-gemeinen Schulplans besser die Hand bieten zu können.In dieser Absicht wird er auch in Verbindung mit denOrts=Vorständen von Anfang an seine Aufmerksamkeit besondersauf folgende Punkte richten, welche bei der Anordnung derSchul=Angelegenheiten des Landes wesentlich in Betracht kommen.Nämlich:a) Ob und wie an einem Orte Arbeits=Schulen anzule-gen oder mit den bestehenden Schulen zu verbindensind?b) Ob und wie Sonntags=Schulen eingerichtet werdenkönnen?c) Wie kleine Schul=Bibliotheken, wo sie noch nicht sind,wie Lese=Gesellschaften und vielleicht auch Zusammen-künfte der Lehrer gestiftet werden können, welche dieVervollkommnung des Unterrichts und der Schulenzum Zwecke haben.7) Nicht allein als Mittelglieder zwischen dem Schul=Rathund den einzelnen Schulen und ihren Lehrern aber sollen diegenannten Behörden dastehen; sondern auch als Gehülfenfür die Auffindung und Bildung neuer, tüchtigerLehrer. Ihren Augen stehen die jungen Leute näher, welchesich dem Geschäft der Jugend=Erziehung widmen wollen, oderdie, ohne dieses bestimmt zu wollen, ein besonderes Talentdazu zeigen. Sie können die Ersteren in ihrem Vorsatz be-stärken, oder, nach genauer Prüfung, davon abrathen, damitsie sich früh genug einem andern Geschäfte widmen können.
Druckschrift
Sammlung der gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften des Elementar-Schulwesens im Bezirk der königl. Regierung Düsseldorf, nebst e. histor. Einl. in die Verwaltung des öffentl. Unterrichts aus den Zeiten des Churfürsten Carl Theodor bis auf das Todesjahr König Friedrich Wilhelm III., 1794 - 1840
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