29zu machen. So wird gerade durch das höhere Nationalgefühljene verderbliche Selbstsucht am wirksamsten bekämpft werden.3) Nach der Zusammenstellung dieser volksthümlichen Rück-sichten mit den allgemeinen Forderungen und Gesetzen aller Er-ziehung, heben wir, als Gegenstände des deutschen Volksunter-richts, folgende aus:a) Zur Bildung der Tiefe des Gemüths, ja des ganzenMenſchen, als Ganzen, dient die Religion, das Ei-nigste aller geistigen Güter, und daher am meistenzur Einheit führend. Damit sie aber so wirke, wird sienamentlich für die frühere Jugend, vorzüglich in derhistorischen Form gelehrt werden müssen, und sich ambestem an die Historien der Bibel halten. Der eigent-liche kirchlich=dogmatische Religionsunterricht bleibtohnehin im Wesentlichen den Pfarrern überlassen.Gleich der Religion wird die Geschichte, obwohlsie auch andere Kräfte anregt, auf das Gemüth wir-ken und beide, in rechter Gestalt, werden das Wollen,wovon oben die Rede war, zur gehörigen Lebendig-keit erheben. Daher ist es sehr zu wünschen, daß dieGeschichte, die bisher im Allgemeinen kein Gegenstanddes Volksunterrichts war, sobald als möglich dahingezogen, und in dieser Absicht aus der Geschichte desVaterlandes — denn nur diese gehört hauptsächlichdahin — das Passende ausgehoben, und für Volks-schulen bearbeitet werde; woran sich dann zugleichdie Kenntniß des deutschen Landes und seiner Stäm-me reihen kann. Dieser Unterricht wird, mit dengehörigen Hülfsmitteln und von dem gut vorbereitetenLehrer gegeben, wenig Zeit wegzunehmen. Bevor da-zu aber die zweckmäßigen Hülfsmittel vorhanden sind,mag der fähige Lehrer, oder der Vorgesetzte, der ihmnahe steht, aus seinem Vorrathe die allgemeine Ein-führung dieses Unterrichts vorbereiten.Zur Ausdehnung des Blickes und der Weltansicht dientnoch manches Einzelne aus dem Umfang der Naturund der Menschenwelt, was man gewöhnlich unterdem Namen der gemeinnützigen Kenntnisse be-greift; auch dieses werde gelehrt, doch nur, wenn esnicht dem Nöthigern die Zeit raubt.Für die Bildung der Schärfe und Bestimmtheitdes Denkens, sind vorzüglich die mathematischenUebungen geeignet; namentlich Rechnen, und woder Lehrer genug vorbereitet ist, die Grundanschau-ungen der Geometrie. Vor allen Dingen muß aberdas Kopfrechnen ungleich mehr hervorgehoben werden,als bisher im Allgemeinen geschehen ist. — Zu dem-
Druckschrift
Sammlung der gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften des Elementar-Schulwesens im Bezirk der königl. Regierung Düsseldorf, nebst e. histor. Einl. in die Verwaltung des öffentl. Unterrichts aus den Zeiten des Churfürsten Carl Theodor bis auf das Todesjahr König Friedrich Wilhelm III., 1794 - 1840
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