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Geschichte und Litteratur der Stenographie
Entstehung
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137
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Italienische Stenographie. 137

Delpino hat an Amanti's System nur geringe Änderungen vorgenommen,bei Doppelvocalen schreibt er auch das Vocalzeichen am Ende des Wortes.Magnaron, welcher eine originelle italienische Stenographie liefern wollte,stützte dieselbe dennoch auf Taylor's Zeichen, nur führte er Zeichen fürzusammengesetzte Consonanten ein, worin ihm Matteucci, Tcaldi, Hermet,Ponze und Roletti folgten. Hermet wendete eine Andeutung der Vocalean, Girin suchte 1875 die volle Vocalbezeichnung und eine Art Vocal-symbolik einzuführen.

Die Graphodromie von Astier fand an Forlani 1816 einen Bearbeiter,das System von Prevost wurde von Visetti 1853 und von Silvin 1864 aufdie italienische Sprache angewendet (H. Gr. S. 344), Oltrabellds System(1874) schließt sich an Thevenot an, das englische System von Pitmanwurde von Francini auf die italienische Sprache übertragen und 1885 ver-öffentlicht, nachdem sich schon 1883 in Rom eine stenographische Gesell-schaft unter dem Vorsitze von Alceste Zana zur Verbreitung dieser Steno-graphie gebildet hatte.

Zum Theil auf älteren englischen Systemen beruhen die Bestrebungen,die volle Vocalbezeichnung durchzuführen, wie sie die Systeme von Corti1834, Moretti 1850, Battistic 1862, Bianchini 1871, Fumagalli 1872 (H.Gr. S. 345, 348) zeigen. Der Dalmatiner Battistic hatte sein System derösterreichischen Regierung zur Prüfung vorgelegt, welche darüber ein Gut-achten des Wiener Gabelsberger Stenographen-Centralvereins einholte. Dadieser den geometrischen Zeichen ebenso verständnislos gegenüberstand,wie der Idee einer Vollschrift, so fiel das Gutachten ablehnend aus, unddie Arbeit ist nur in den »Österreichischen Blättern für Stenographie« be-kannt geworden.

Um die Mitte des Jahrhunderts fiengen die Italiener an, ihre Blicke aufdie deutsche Stenographie zu richten, die damals berühmt zu werden begann;zu gleicher Zeit fiengen die deutschen Stenographen an, sich für die italienischeStenographie zu interessieren. Giusto Grion in Triest suchte die Theorienvon Gabelsberger und Stolze zum Aufbau einer italienischen Stenographiezu verwenden, er unterschied harte und weiche Laute durch Verstärkungund bildete durch Vergrösserung Zeichen für Mitlaute (H. Gr. S. 345). SeinStreben blieb unbeachtet. Auch das System von Valizone (1858), obgleichdie Zeichen aus den Theilzügen der Currentschrift entnommen zu sein scheinen,zeigt deutschen Einfluss (das r von Arends, die Hochstellung von Stolze,die Zeichen mit Unterlängen wie bei Gabelsberger, H. Gr. S. 351).

Im Jahre 1858 übertrug Hauptmann Leinner die Gabelsberger'scheStenographie auf die italienische Sprache, dieselbe fand jedoch keinen Anklang.Das gleiche Schicksal hatte die Uebertragung des Stolze'schen Systems durchDr. Michaelis (H. Gr. S. 352); die Übertragung des Arends'schen Systemsin den »Stenographischen Blättern« (1888) ist wohl nicht über die Kreisedieser Schule hinausgedrungen.

Im Jahre 1860 veröffentlichte Professor Heinrich Noä in den »Öster-reichischen Blättern für Stenographie« eine Übertragung des Gabelsberger'schenSystems auf die italienische Sprache, welche 1863 als Buch erschien undsich durch eine grosse Freiheit in der Anwendung sowohl der Vocal-bezeichnung als der Verbindung der Consonanten auszeichnete (H. Gr.S. 346). Diesem Umstände mag es denn zuzuschreiben sein, dass sich seinSystem besser für die italienische Sprache eignete, als die ÜbertragungLeinner's, welche die Regeln des Gabelsberger'schen Systems beibehielt,und sich in Italien verbreitete, zuerst in Verona und Padua. In Padua wurde