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Geschichte und Litteratur der Stenographie
Entstehung
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Die römischen Noten.

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sich die Kenntnis derselben im Ostfrankenreiche, während sie" sich im West-reiche noch etwas länger erhielt. Rcmbert meldet in seinem »Leben des heiligenWülehad und St. Ansgar's«, dass der letztere die tironischen Noten nachSchweden gebracht habe und Kopp erzählt, dass Ekkehart von St. Gallen(t 975) den Kaiser Otto IL durch sein Notulae in Erstaunen gesetzt habe.Der Papst Sylvester II. bediente sich einer Silbenstenographie, welche freinach tironischen Noten gebildet ist, auch sind von Prof. Cipolla Documenteaus dem 10. Jahrh. mit eben solchen Zeichen veröffentlicht worden, umderen Entzifferung sich Prof. Havct verdient gemacht und deren alphabe-tische Zusammenstellung er in dem Aufsatze La tachygraphie du X. siedeveröffentlicht hat.

Die Entzifferung der tironichen Noten wäre so schwer gewesen, wiedie Entzifferung der äg)'ptischen Hieroglyphen, wenn nicht glücklicherweiseVerzeichnisse derselben mit currentschriftlicher Übersetzung überliefert wordenwären. Der erste, welcher den Schlüssel dieser Kurzschrift fand, war dergelehrte Abt Trithemius, welcher um 1496 einen Pergament-Codex vordem Abschaben rettete und in seinem dem Kaiser Maximilian I. gewidmetenWerke: »De Polygraphia« 30 Noten veröffentlichte, welche die Aufmerk-samkeit des Theodor Bibliander, des Joh. B. Porta in Neapel und be-sonders des gelehrten Cardinais Bembo erregten. Letzterer erhielt auchvom Papste Julius II. ein aufgefundenes Buch in unbekannter Schrift zurEinsicht, worin er eine bis zur Unleserlichkeit ausradierte currentschrift-liche Zeile fand, deren Inhalt ihn auf den Schluss führte, die Handschriftkönne ein Theil des Commentars von dem römischen Grammatiker Hyginus»De Astris« enthalten. Bei Vergleichung mit einem Exemplar dieses Werkesin gewöhnlicher Schrift gelang es ihm, mehrere zu entziffern. Das Werkwar in tironischen Noten geschrieben. Trithemius entdeckte um 1498 ineiner Bibliothek zu Strassburg einen Psalter, den man nach der ihmbeigegebenen Überschrift für ein armenisches Werk gehalten hatte. End-lich veröffentlichte Joh. Gruterus eine aus zwei Handschriften zusammen-getragene Sammlung der tironischen Noten mit ihrer Bedeutung, über13.000 an der Zahl, um 1603. Der von Gruter herausgegebene, dann dervon Prof. II. Krieg in Bern copierte und im Panstenographikon veröffent-lichte Codex, sowie ein Codex in der Göttweiger Stiftsbibliothek sind nichtalphabetisch, sondern nach Schlagwörtern geordnet und in dieser Weisedürften die tironischen Noten gelehrt und gelernt worden sein. Die vonMabillon 1681 und von Carpentier IJ4"J veröffentlichten Verzeichnisse sindalphabetisch gehalten, daher von den Herausgebern künstlich geordnet.Das Nouveau traite de diplomatique enthält im III. Bande einen Be-richt über die Noten. Gatterer erwähnt, dass Lichtenberg ein vollstän-diges Lexicon der tironischen Noten ausgearbeitet habe, welches jedoch nichterschienen ist. Ulrich Kopp widmete den ersten Band seiner Palaeographiacritica Untersuchungen über die Entstehung tironischer Noten, der zweiteBand enthält ein ziemlich alphabetisches Notenverzeichnis und einen alpha-betischen Index, der das Nachschlagen erleichtert. Gabelsberger suchte inseinen »Neuen Vervollkommnungen etc.« die vermeinten Gesetze der tironi-schen Noten zu ergründen. Ein rectificiertes Verzeichnis dieser Noten hatRector Schmitz 1893 in seinen » Commentarii« veröffentlicht.

Litteratur.

Ungenannter, Tractatus varii juris, o. O. u. J. (Argent. 1472) enthält: Liberdans modum legendi abbreviaturas. M. Valerius Probus, De notis Romanorum,Venedig 1499, 1525 (beigebunden: Petrus Diaconus, De eadem re ad Conradum I.