von der Mutter — von der Kindheit — von der Soldaten-zeit — von allerlei Modellen. Die Männer und Frauen um-drängen die ausgestellten Blätter.
Und dann umdrängen sie ihn. Er spricht zu ihnen. Vonder Zeit, als er ein Kollege von ihnen war. Seiher die Steinebearbeitete. Dann in den Werkstätten der PhotographischenGesellschaft mit ihnen jahrzehntelang die Freuden undLeiden des Arbeiters teilte.
„Und was ist aus den Kollegen geworden? Jahrzehntelanghaben wir geschuftet. Die Herren haben große Geländegekauft. Haben sich Villen gebaut. Uns wollten sie auchHäuschen bauen. Gesprochen wurde davon. Aber ehe esdazu kam, wurden wir gekündigt . . . Billigere Kräfte kamenran. — Ja — und die Kollegen? Einer is Pennbruder ge-worden — einer hat sich das Leben genommen — und einenversorge ich mit. Der wohnt irgendwo in einem düsternKeller. Seine Bente reicht natürlich nie. Da muß ich öfteraushelfen.
Zyankali hat er sich natürlich damals auch mitgenommen.Aber ich sagte ihm:
,Gustav, schließen Sie den Dreck weg. Der taugt nischtmehr. Morgen früh wachen Sie auf und dann ärgern Siesich!'
Na, bis jetzt hat er't noch nich genommen . . .
Und ich? Ich habe mich eben selbständig machen müssen.Mit fünfzig Jahren. So lange die beste Kraft für anderegeopfert — und dann: Sieh man zu, wo du bleibst I
Ick hab's ja geschafft.
Aber es war doch ein furchtbares Erlebnis. —
Und ich werde nie vergessen, daß ich jahrzehntelang alsArbeiter habe leben müssen — daß ich zu euch gehöre ..."
Alle waren still — fast alle holten die Taschentücher vorund wischten sich heimlich die Tränen weg . . .
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