,Reiten Sie auch selbst?'
Gaul und Krauß verneinten.
Da verlangte Begas, daß sie selbst reiten müßten. Sonstkönnten sie kein richtiges Pferd schaffen. Sie müßten jedenNerv, jede Sehne, den ganzen Aufbau und vor allem dieSeele des Pferdes selbst erlebt haben, wenn sie eins schaffenwollten. Sie müßten es selbst anfassen, die Zügel selbst inder Hand haben, selbst das Tier zwischen den Schenkelnfühlen, sonst würde es nichts..."
Zille erzählt, wie eifrig Gaul nun im Tiergarten Reit-übungen machte — wie stolz er war, ein Reiter zu sein —und wie komisch er aussah . . .
„Aber wir haben doch nun wenigstens eine Unmengehübsche Tierbronzen an dem Monstrum von Denkmal!" meintZille. „Sehn Sie bloß mal die Löwen an — und die Amphi-bien an der Wasserseite. Und das Pferd ist auch nichtschlecht ..."
„Als Gaul mir das erzählte — vom Reiten und vom Pf erde-modellieren —, da nahm ich mir das auch zu Herzen. Undwenn ich mir auch kein Pferd zum Reiten halten konnte —ich habe doch schärfer als vorher beobachtet. So war KarlBegas auch mein Lehrer!" —
Zille selbst war immer beflissen, das Auge zu üben unddie Erscheinungen des Lebens künstlerisch zu verbuchen —zu „merken":
„Weil doch sonst keine Gelegenheit war zu gemeinsamenAktzeichnungen — ein Modell für einen allein wurde zuteuer —, richtete ich am Kurfürstendamm einen Kursus einzum Aktzeichnen.
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