Aus dieser Zeit der jungen Künstlerschaft wird erzählt:
„Bildhauer Krauß bekam den Auftrag zum letzten Askanier.Aber woher die beiden zeitgenössischen Hermenköpfe nehmen?Bilder von denen gab es nicht. Nach der Originalmumiebuddeln lohnte nicht. — Da traf der Bildhauer seinenFreund Heinrich Zille. Und da war's gefunden. So etwakonnte der askanische Edle Wedigo von Plotho ausgesehenhaben! Breite Stirn, trotzig lauernde Augen, kurze, derbeNase. Zilles derber Künstlerkopf wurde in Ton modelliert.Dieser Kopf gefiel dem „Allerhöchsten Auftraggeber" —und Berlin erhielt am 22. März 1900 sein Zilledenkmal.
Freunde, die den Hergang wußten, kamen nicht aus demLachen. Massenhaft kamen scherzhafte Briefe und Zeich-nungen, darunter eine, die den Gefeierten darstellt, wie ersplitternackt auf einem Sockel steht und schamhaft seineBlöße verdeckt.
„Wenn Zille nun wirklich enthüllt würde 1"
„Wir hatten damals einen Kegelabend in einer Garten-kneipe zwischen Wilmersdorf und Westend. Es ist ja 'nespießige Sache. Aber es gab keine Gelegenheit für ältereMänner, sich mal auszuarbeiten. Und man wollte doch malseine Kraft von sich geben.
Und dann war das auch eine Art Fachgeselligkeit. Alles,was ein bißchen was in der Sezession bedeutete, machte mit.Corinth und Wenck und Kaikreuth und Slevogt. PaulCassirer fehlte auch nicht. Das war dann eine große Ge-selligkeit und gründliche Unterhaltung. Qft mußten dieKegler drei-, viermal gerufen werden, wenn sie ihre Kugelschieben sollten.
Aber wichtig war diese Kegelei. Wenn zum BeispielKünstler oder Händler aus Frankreich kamen, mußten siezum Kegelabend kommen, wenn sie richtig Fühlung habenwollten.
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