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Das Zillebuch : mit 233 meist erstmalig veröf. Bildern
Entstehung
Seite
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Samin. Das war das kleine Haus da um die Ecke hausteich in einem kleinen leeren Raum. Bloß ein Strohsack alsBett und 'ne Kiste als Stuhl. Vater Samin, der ein Pferdchenund 'n Wagen hatte, machte Fuhren in der Stadt. SeineFamilie stammte aus Frankreich. Aher von der Kultur warnichts mehr zu merken. Ich mußte morgens dem Wachhunddraußen seinen Freßnapf wegnehmen und ihn ausspülen, ummich waschen zu können. Und Mutter Samin kochte nochauf offenem Feuer. Der Topp hing noch an 'ner Säge übermHerd. Ehe das Feuer in Gang kam, mußte ich längst zumDienst. Kaffee kriegte ich nie morgens.

Aber Mutter Samin meinte es gut. Gab mir Milch undauch sonst mal 'n Happen.

Die treue Seele bemutterte mich.

Das war damals, als ganz Deutschland mit dem neuenGewehr üben mußte. Griffe kloppen den Kasten mit zehnPatronen einschieben. Die leeren Hülsen flogen einzeln imBogen raus, wenn die nächste vorgeschoben wurde immerdem Nachbar auf die Hand oder zwischen Mantel und Affen(Tornister).

Ja, das waren trotzdem schöne Tage bei Mutter Samin."

Und aus den Sonneburger Wachewochen weiß er allerleimitzuteilen:

In Sonneburg mußte ich als Soldat die Zuchthäusler be-wachen. Die jugendlichenSonneburger" klebten bunte undblanke Kotillonorden. Tagelang wochenlang monate-lang . ..

Ob die feinen Fräuleins, die auf den vergnügten Bällendie Orden an ihre Galane verteilten und dann lustig in ihrenArmen walzten, wohl wußten, wer den schönen Flitterkramgemacht hatte?

Ja die Blicke, mit denen die Zuchthäusler uns von derBewachung ansahen: Ihr seid frei wir sind in Bewachung.

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