drei Jahrzehnten treuen Dienstes entlassen hat — ohne jedeAnerkennung, ohne für sein Alter zu sorgen —, nachdem sieseine besten Kräfte und seine besten Jahre für sich in An-spruch genommen hat. Er ist heute noch empört, daß dieInhaber sich Villen bauten und große Geländestücke in Char-lottenburg als Gewinn buchen konnten — Gelände, das siebillig gekauft hatten und das inzwischen das Vielfache anWert gewonnen hatte. Die Angestellten, denen kleine Eigen-häuser versprochen worden waren, gingen leer aus. (Ka-pitel: „Zille als Künstler.")
„Ja, als ich meine Jahrzehnte treu bei der Photographi-schen Gesellschaft zugebracht hatte, als meine besten Jahreum waren, da kündigten sie mir.
Und der Prokurist, der mir mitteilte, daß die Gesellschaftsich umstellen müßte, wollte mir klarmachen, daß mir keinUnrecht geschehe und daß er schuldlos sei:,Nu geben Sie mir die Hand, Heber Zille!'Da antwortete ich: ,Nee, sie sind dreckig 1'Ob er nu verstanden hatte, er sei dreckig — oder meineHände — ich weiß nicht!"
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In der Sorglosigkeit und Verantwortungslosigkeit der Ver-antwortlichen findet Heinrich Zille immer wieder die Quellezu seinem sozialen Zorn ...
Mit zwiespältigem Lächeln sagt er zwar:
„Na — nu mußte ich mich eben selbständig machen — mitfünfzig Jahren — als Künstler. Vielleicht war's also gut.Aber — ich vergesse es denen doch nicht!..."
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