arbeiter — sie alle wurden in kurzer Zeit mit oft nur wenigen,aber immer gewissenhaften Strichen aufs Papier gebracht.
Er selbst erzählt aus jenen Tagen:
„Als junger Geselle kam ich zu einem Musterzeichner indie Sebastianstraße. Da zeichneten wir Musterhefte vonHenckels Messern mit Schildpatt- oder Hirschhorngriffen.Und das mußte genau zu erkennen sein, was für Materialdas war.
Solche Musterbücher wurden damals nicht gedruckt, son-dern gezeichnet. Das Drucken war noch zu teuer. Vor allemdie Klischees. Und die meisten Musterbücher wurden nurin ein paar Exemplaren für die Reisenden hergestellt. Aberalle halbe Jahr neul
Auch Beleuchtungskörper mußten wir zeichnen. Elek-trisch Licht gab's noch nicht. In den guten Stuben standengroße Prunklampen mit Petroleumbassins. Oben, um dieFlamme abzudämpfen, wurden Glastulpcn mit eingeätztenBildern aufgestülpt. Diese Bilder mußten genau in denMusterzeichnungen zu erkennen sein.
Das war 'ne knifflige Arbeit. Da mußte man sein Hand-werk verstehen.
Und dann die Modezeichnungen! Das waren damals lauterLithographien. Feine Kleider mit Schleifen, Falten, Rüschen,aufgebauscht an den Hüften — und hinten erst! Die Tour-nüre — na, das nannten wir damals Tonhalle . . . (SieheBüd 187.)
Außerdem machten wir auch Deckel für die kleinen Büchermit interessanten Geschichten. Das mußten immer hübschetanzende Püppchen sein — mit'n Sektglas und hübschenWaden. So'n Frauenbein — das war damals was! Die Büch-lein (siehe Bild 186 und 188) wurden auch kaum vonordentlichen Buchhändlern vertrieben. Die kriegte man da-mals auf den Bahnhöfen und bei Papierhändlern.
Wir jungen Leute kannten natürlich alle die Geschichten.
Drei Jahre lang machte ich als Geselle Soldatenbilder.Damals wurden diese wunderschönen Lithographien tausend-
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