gibt auch genug Menschen, die ständig einen stillen Groll mitsich herumtragen, die derart sich gedrückt und getretenfühlen, daß sie bei jeder Kleinigkeit losbrüllen, wie der armeHundebesitzer:
„Wat fällt Ihn' denn in, mein Hund von de Laterne weg-zustoßen! Der bezahlt vielleicht mehr Steier als Sie!"
Das sind Erkenntnisse, die man auf der Straße sammelnkann, wenn man das offene Ohr und offene Augen dafür hat.So manche Frau ernährt sich mit Straßenhandel. Voll Wutschreit sie, wenn sie von den einträglichsten Stellen fort-gewiesen wird:
„Schreib'n Se mir man uff, — mir, eene Frau von vierzigJahren, kenn' Se nich mehr trocken leejn, — det war'jelacht!"
Und der Bünde, der ja ein besonders feines Gehör undEmpfinden hat, sagt philosophisch beim ßettelnstehen zuseiner Frau:
„Mutter, wat man in de Friedrichstraße alles hört, ickkönnte lachen, mir tun bloß jleich die Oogen so weh!"
Ein anderer weiß zu berichten: ■
„—een jutes Herz hab'n de Leute bloß, wenn se besoffensind, aba dann seh'n se mir nich."
Zille weiß auch, daß mit Redereien und wüsten Schimp-fereien nichts erzielt wird. Er verhöhnt die bloße Propagandasehr kräftig auf volkstümliche Art, indem er einen Volks-redner quasseln läßt:
„Es hat schon immer arme und reiche Leute gegeben, sowie man hübsch und häßüch aussehende Menschen hat. DerReichtum kann eine schwere Last werden, der Arme möch'e
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