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Das Zillebuch : mit 233 meist erstmalig veröf. Bildern
Entstehung
Seite
324
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In diesem Ausspruch der Alten kommt auch Zilles schalk-hafte Sprachkunst zur Geltung. Er weiß immer sehranschauliche, bildliche und beziehungsreiche Ausdrücke zufinden. Auch in seinen Unterschriften und in seinen kleinenErzählungen offenbart er ein leuchtendes Stück jener ur-sprünglichen Volkskraft, die in ihm steckt. Er findet stetsWendungen, die aus dem Volkstum hervorsprudeln, die injeder Weise dem Volklichen innewohnen. Sie sind dem Volknicht nur verwandt. Sie sind das Volk selbst.

Wer Zilles Unterschriften best, wird das Volk und dessenAuffassung von der Welt und vom Leben viel leichter be-greifen, als wenn er sich selbst darum müht.

Zilles Unterschriften sind ein ausgezeichnetes Mittel, dasVolk kennenzulernen, es zu verstehen.

Und gerade in seinen gesellschaftskritischen Äußerungenkommt der Kern mancher Dinge und Empfindungen desVolkes deutüch ans Tageslicht. Ob es immer recht hat, isteine andere Frage. Aber man muß wissen, wie es denkt undfühlt. Man muß es hören. Dann wird man ihm auch gerechtwerden können, wird seine berechtigten Wünsche nicht miß-verstehen, sondern versuchen, sie zu erfüllen.

Diese Mission des Meisters Heinrich Zille ist ihm heilig.

Sie drückt sich in der Lebensphilosophie einer armen Frauaus:

Von's Verjnügen der reichen Leute ham wir Armen dochnoch immer wat: von die Pferde die Wurscht, von dieZigarr'n und die Zigaretten die Stummel, von die Fliegerdie Notdurft un von die Automobile den Jestank!"

Er selbst zeichnet sich, wie er auf einem Dach sitzt, um-geben von qualmenden Schornsteinen:

Der Kassenarzt hat mir Höhenluft verordnet"Er wohnt eben vier Treppen hoch und wird oft genugSchornsteindunst atmen müssen.

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