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Das Zillebuch : mit 233 meist erstmalig veröf. Bildern
Entstehung
Seite
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platze, die Schuppen, die Warenstapel, die vielen Zäune undBretterbuden vor allem aber die Schlupfwinkel, die ihnendie Bahnviadukte geben, verlocken die Pennbrüder zu ihremungebundenen Leben. Diese, einem jeden geordneten Daseinabholden Menschen finden auf den verlorenen Wegen undauf den Güterfeldern zwischen den Schienensträngen ihrParadies. Hier sind sie sicher vor der Polizei, hier erwerbensie sich durch kleine Besorgungen, die sie für die Wärterund Arbeiter ausführen, und durch Auflesen der Abfälleihren geringen Lebensunterhalt, hier feiern sie ihre küm-merlichen Orgien und hier vergrübein und verdämmernsie die übrigen Stunden.

Es ist eine merkwürdige Menschensorte. Manch ein Phi-losoph könnte sie für sein Ideal halten. Nach irdischemGlanz und Buhm streben sie nicht mehr. Das haben sie längstaufgegeben. Sie fragen nicht, ob sie noch einmal in einemmit schönen Bildern geschmückten Zimmer an reich ge-decktem Tisch, der mit blendenden weißen Leinentüchernüberzogen und mit Blumen bestreut ist, sitzen werden. Sieverlangen nicht nach einem Schlafzimmer, dessen Möbelaus kostbarem Bosenholz gefügt und neben dem ein farben-glühender, mit Mosaik ausgelegter Baderaum zu zeitigem Auf-stehen einladet. Alles ist eitel! meinen sie und schlucken ausder schmierigen Schnapsflasche eine Wonne der Vergessen-heit und ihren siebenten Himmel . . .

Was sie zu solchen antikulturellen Anschauungen geführt?

Hunger und Liebe, Schwäche und Kraft, Verdorbenheit undGröße, natürlich auch soziale Not bald dies, bald das,bald nur eins und bald wieder mehreres und ganz, wie esjeder auslegen will. Philosophen mögen sich darum streiten.

Eins ist jedenfalls sicher: Ihre Verkommenheit konntenicht alle persönlichen Züge austilgen. Und trotz der zer-lumpten Kittel, der zerbeulten Hüte, der Stiefel ohne Absätzeund der verschnapsten Gesichter, die fast allen gemeinsamsind, hat doch jeder seine Eigenheiten, unterscheidet sicheiner von dem andern.

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