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Das Zillebuch : mit 233 meist erstmalig veröf. Bildern
Entstehung
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Straßen? Außer den kleinen Geschäftsinhabern fast alleLebensgenossen jener Familie. Auf gleichem Flur mit ihrwohnt ein ehemaliger Bauarbeiter, der jetzt den ganzen Tagmit einer Schnapsbrüderkolonne an der Ecke bei einer Destil-lation steht, abends betrunken nach Hause kommt und seineFrau und Kinder schlägt. Die Frau ernährt die ganze Fa-milie sie geht waschen.

Die Kinder aber sind den ganzen Tag sich selbst über-lassen. Wenn die Weihnachtszeit naht, ziehen sie nach derFriedrichstraße, nach dem Leipziger Platz und anderen west-lichen Laufgegenden und schreien mit kläglicher Stimme:,,'n Sechser de laufende Maus!"Een' Jroschen der Hampel-mann!" Mit aufgeweichten Schuhen stehen sie bis in dieNacht auf dem naßkalten Pflaster. (Bild 27, 65, i58 undKapitelZille als Sozialkritiker.")

Ein anderer Nachbar jener Familie ist die Frau, derenMieterinnen bis in den Nachmittag hinein schlafen, dannhalbangekleidet in der Wohnung herumlaufen, in den Fen-stern hegen und abends aufgedonnert auf die nächtlicheStraße gehen. Manchmal werden sie wohl auch von Schutz-leuten fortgeführt. Und der Hallo, der dann entsteht! DieRedensarten und Schimpfworte! Das ist dann ein Hauptver-gnügen für die johlende Kinderschar, die bis zum Polizei-bureau hinschwärmt und wartet, bis dieGrüne Minna"das Polizeiauto die Häftlinge nach dem Alexanderplatzschafft.

Wahrlich, ein weltstädtischer Eindruck.

Was bleiben den Kindern dieser Arbeiterstraßen noch fürSpiele und Unterhaltungen? Blumenpflücken und ein Aus-tummeln auf sonniger Wiese, ein stärkendes Buddeln imSand lernen sie nie kennen. Also bleibt ihnen nur immerwieder der Hof und die Straße. An der Teppichstange dür-fen sie nicht herumklettern. Die Hofsänger, die täglichkommen, plärren die zweideutigen Gassenhauer. Hier undda haben sich auch schon sommerliche Hoffeste eingebürgert.Auf dem Hof werden Kaffeetafeln gedeckt. Der Wirt oder

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