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Das Zillebuch : mit 233 meist erstmalig veröf. Bildern
Entstehung
Seite
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Weltstadtkinder. Ihnen fehlt der frische Sauerstoff, der ausden lebenden Pflanzen und aus der Erde aufsteigt. Ihnenfehlt die Sonne, die nicht in die hochummauerten schacht-artigen Höfe hinein kann und die selbst in die Straßen nurkurze Zeit ihre Wärme hinabschickt über die hohen Häuser-reihen.

Am schlimmsten sind jene Kinder dran, deren Elternerwerbsunfähig sind, oder die als Heimarbeiter sich einkärgliches Brot verdienen. Allein in der Konfektion sindmehr als hunderttausend Heimarbeiter in Berlin beschäftigt;dazu kommen noch viele Tabaksarbeiter, Portefeuillemacher,Schuhmacher, Plätterinnen und allerlei andere Heimarbeiter.Die leben fast alle in kleinen Wohnungen von einem Zim-mer und Küche, von denen sie oft das Wohnzimmer anSchlafburschen vermietet haben. Nun hausen sie mit ihrenKindern in einem engen Raum, wo geschlafen, gekocht, ge-arbeitet und gegessen wird; das ganze Familienleben spieltsich in diesem engen, von Ausdünstungen aller Art ge-schwängerten Gemach ab.

Da ist eine typische Familie: Vater, Mutter und fünfKinder. Der Vater ist lungenkrank und hegt fast den ganzenTag hustend auf dem Sofa oder in einem alten zerschlitztenLehnstuhl. Die Mutter tritt am Fenster von früh bis spätdie Nähmaschine. Die Kinder nun, vormittags sind sie inder Schule, nachmittags aber lungern sie auf dem wink-ligen, dumpfen Hof oder im Hausflur herum. Oft müssensie auch schon helfen, Fäden ausziehen, Nähte trennenalles in dem engen Raum, dessen Luft verbraucht und ver-dorben ist.

Zu all diesem äußeren Elend kommen noch die Eindrückeder weltstädtischen Umgebung. Weltstädtische Umgebung!Welch ein Hohn!

Gerade nüchterne Straßen. Eine wie die andere. Seltenunterbrochen von einem kleinen Schmuckplatz oder einerbreiteren Straße, deren Bäume ebenso am Sauerstoffhungerleiden wie die Weltstadtkinder. Und die Bewohner dieser

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