„Wenn ihr eene blasse Ahnung von Staatserhaltung unSittlichkeit hätt', tat ick eich wat von unse Parade vor S. M.erzählen. Aber ihr wißt ja nich eenmal, wer eich raus-gelassen hat. Denkt bloß ans Fressen un Saufen, mir an-zupumpen un Lause an de Stuhlbeene zu schmieren."
Aber es gab auch andere Keller, zu denen bessere Gästehinabstolperten. Zille erzählt:
„Ja, da war in der Jägerstraße auch der Meyerkeller. Wojetzt der Jägerkeller ist. Da standen anstatt Tische nurTonnen. Und auf einer Tonne saß so'n verkrachter Assessor.Der machte den Clown. Dafür hatte er Essen und freieZeche. Der hängte jedem, der 'rein kam, einen Namen an:
Nasenmeyer — wenn er eine große oder 'ne Himmel-fahrtsnase hatte.
Bartmeyer — wenn er einen langen Bart trug.
Hutmeyer — wenn der Hut auffällig war.
Schiclmcycr .— wenn er nicht grade sehen konnte.
Und dabei waren che Leute vergnügt — und die Hauptsachewar der Suff."
Die meisten Kellerlokale aber waren von der Art der„Pansch-Apotheke", deren Wirt einer jungen Mutter denallzu weisen Rat gab:
„Junge Frau, der Schnaps is gut for Kinder, da verdrückensich die Würmer!"
Wie manche Wirte lebten und endeten, erzählte Zille einstdrastisch:
„Ja, der eine Kellerwirt fürchtete das Delirium. Aber denganzen Tag trank er nur Kognak. Wasser oder Kaffee odergar Essen kam nicht über seine Lippen. Abends aß er einPfund Butter. Wenn er ganz voll war vom Kognak, dannging er aufs Klosett und nahm sich ein Pfund Butter mit,das er da aß.
Oft fanden wir ihn morgens da eingeschlafen.
Einmal schrieb er an 1 mich, aber ich kam schon zu spät
ao8