den Strich, schicken, weil sie immer müde ist. Sie soll ihmalles sauber halten. Auf wartestellen bei alten Herr'n an-nehmen, alte Kunden kämen noch genug von selbst.
,Ja — nee — bloß nischt mit die Sitte mehr — und Fröbel(Frauengefängnis) — nee — nich riechen.' Sie weiß, er hatnoch drei zu loofen, vielleicht lassen sie'n mal alle wer'n —jäh schreckt sie auf —
,Emil, wann ziehste in eire eijene Wohnung?' fragt mitschnarrender Stimme Salon-Willi, ihr früherer Liebster, wäh-rend des Kartenspiels vom Nachbartisch rüber. „Det hatnoch Beene, eene Schwindsichtige is' noch drin, die nibbeltaber bald ab (stirbt bald). Dann muß se ausjewanzt undtapziert wer'n, ooch sind Schwaben drin — so lange kann senoch loofen!'
Mutter Bindedraht wird unruhig — es ist spät, die Pflichtruft, lautlos, wie sie gekommen, schleicht sie sich weg.
Krebslene macht Feierabend. Nun geht's noch zum Schle-sischen Karl, eine Straße weiter, wie alle Abende.
Nach alter Gewohnheit läuft Trude allein auf dem anderenBürgersteig. Ein Mann spricht sie an, aber Emil ruft rüber:,Hau ab, Trude, heite nich!' " Z.
Einige von Zilles Bildunterschriften, die bestimmte Seitenseines Milljöhs beleuchten, seien hier noch mitgeteilt:
Auf dem Flur des Krimmalgerichts in Moabit sagt„Kriminalstudent'' Bolle, genannt: „Der Lindenpinscher 1":
„Unter drei Jährikin kommt der da drin nich weg. Junge,Junge — wie mußt du dir amüsiert hab'n!"
Von dem Kulturzustand der Bummelplätze zeugte eineUnterhaltung aus einer Ausstellerfamilie:
Auf dem Bummel.
„Wat schrubberst de denn uff de Lola rum —"„Na heite als Engel mit det weiße Triko — da scheintja allens durch!"
rg6