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Das Zillebuch : mit 233 meist erstmalig veröf. Bildern
Entstehung
Seite
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warten beim Amor des Standesamts das getraute Paar. Schif-fer, alte Freunde der Braut, die sich am Bollwerk der Spreeaufgestellt haben, rufen lachend rüber: ,Trude, wir gratu-lieren dir! Haste ooch keene Angst vor die Brautnacht?'

'D'

Die Krebslene (sie hat den Brustkrebs), die Wirtin vonSchnalles Stammkneipe, erwartet das Paar schon vor derSchenke. Mit lauerndem Blick: ,Na, alles dufte? Habt ihreire Klamotten zusammengeschmissen?' Sie eilt befriedigtnach der finsteren Küche, um den Festbraten, eine von einemFreier Trudes gespendete Gans, fertig zu schnuddeln.

Die Freunde Bindedrahts, die Zunft nennt sich unter sich,Brider', sitzen schon, wie alltäglich, saufend, rauchend undbei sonstigen guten Dingen beim Kartenspiel.

Dann aber ruft der lange Paul in seinem natürlichen rauhenTon: ,Emil, nu ran hier, zieh de Handschuh aus, es fehlt eenDummer am Tisch!' Emil spielt mit.

Trude sitzt in Krebslenes altem Lehnstuhl und schläft, istsie doch bis gegen Morgen das Karree abgegangen.

In die noch von etwas Frühlingssonne erhellte Gaststubeschleicht sich eine kleine, verhutzelte, scheu blickende Frau.Das zerknitterte seidene Kleid zeigt, daß es selten aus demengen Komodenkasten rauskommt. Sie schiebt schnell hinterden großen Ofenschirm Bindedrahts Mutter, Kuppei-bosten.

Die Sonne, das große Licht, ist ihr zu hell, ein beinah un-bekannter Stern. Ihr Platz ist nachts an der Kochherdecke,horchend auf knarrende Treppenstufen, Tür öffnen Geldnehmen Tür schließen. Der fensterlose Liebesalkoven gihtihr am Tage Nachtruhe.

Trude träumt, grübelt. Emil will sie nicht mehr auf194