Tochter hatte auch ,Z!'. Die massierte . . . Irene hatte natür-lich n .Bräutigam' mit Schnurrbart und breite Schultern.
Als ich einmal zu Besuch bei ihr war, hatte sie 'n ganzspitzen Kürbis (Bauch).
,Nanu„ Irene? Wülste ooch wat Kleenes haben?' fragte ich.
,Hab' doch 'n Bräutigam!' antwortete sie stolz.
Neulich aber erzählte sie mir, daß er tot sei. Sie hatteihn ja gut gepflegt? 1 Aber das Leben! Der ville Schnaps!Und die wilden Sachen.
Sie lebte noch. Wollte aber nicht mehr wahrsagen für diereichen Leute — Filmautorin wollte sie werden. Ich sollteihr bei helfen. Das ging doch nicht. Wovon sie jetzt lebt —weeß ick nich ..."
„In diesem Haus in der Waisenstraße wohnte eine alteFrau in einer Stube, in die nie Licht, geschweige denn dieSonne hineinkam. Erst als das Haus in der Neuen Friedrich-straße, das davor stand, abgerissen wurde, sagte die Altefreudestrahlend:
„Jetzt scheint mir die Sonne in den Halsl'
Aber es dauerte nicht lange.
Bald wurde ein neuer, noch höherer Komplex in derNeuen Friedrichstraße aufgeführt. Da saß die Alte wiederim dunklen Loch." (Bild 96.)
Aus einer Erzählung in Briefform „Berliner Hochzeit" *)seien hier dazu einige charakteristische Proben mitgeteilt:
„Erinnerst Du Dich noch an Fritz und Lene, die vormKrieg die verschiedenen ,Bouillonkeller' hatten, wo wir, umdas ,Milljöh' zu studieren, manche Nacht verbrachten — mitund ohne Gefahr? Zu denen war ich zur Hochzeit geladen.Den Kelch durfte ich nicht vorübergehen lassen, die altenBeziehungen mußte ich wieder auffrischen. Also hin nach
') Aus dem Buch: „Zwischen Spree und Panke", Verlag C. Reißner.i84