Und denn saßen wir beisammen. Es gab Flaschenbier.Ich kriegte das einzige Glas. Die andern tranken alle ausder Pulle.
Und denn hielt die Frau Doktor von ihrem ausgewuch-teten Sofa aus ihre Reden. Und die andern erzählten Er-lebnisse aus ihrem Leben.
Da gab's was zu hören. Beim Schein der Küchenlampe. —
Das war der Salon in der Kopenhagener Straße, Hof,Quergebäude."
Freiheit.
„Als der übelste Teil des sogenannten Scheunenviertels nochstand, fristete in einem der engsten Höfe der verkommenenmodrigen Gassen ein Eschenbäumchen sein kümmerlichesDasein. Wie die Menschen, mit denen es die Atmosphäreäußerster Armut teilen mußte. Die Rinde zerhackt, zer-schnitten, die ärmlichen Äste mit Lumpen behängt, um-lagert von Müll und Unrathaufen. In diesem dumpfen Ge-fängnis, früh bis spät umstrichen von menschlichem Elend,rang es, wie ein Kranker, nach Luft und Sonne.
Es waren hier wohl früher Gärten gewesen und dieEsche die letzte Erinnerung an Kieswege und Blumenbeete.Nun ist der ganze Stadtteil abgerissen, das Bäumchen stehtwieder in Luft und Sonne. Es hat den Abbruch mit ange-sehen, wie vor vielen Jahren den Aufbau der elenden Zu-fluchtsstätten. Es hat Blätter, die bis zum Herbst aushalten.Seine Bedränger, die finsteren Mauern, sind als Bausteinein Haufen aufgestellt und, von der Sonn' beschienen, ganzfreundliche Nachbarn.
Mancher von denen, die in dem Hause aufgewachsen, alsKind das Messer an der Rinde des Baumes probierten, istjetzt noch Gefangener in einsamer Zelle.
Von Zeit zu Zeit besuche ich das Bäumchen." Z.
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