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Das Zillebuch : mit 233 meist erstmalig veröf. Bildern
Entstehung
Seite
164
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Zille neckt sie deshalb auch einmal. Er läßt ein Mächender Friedrichstraße den Notschrei ausstoßen:

Herr Schutzmann, mein Bräutigam will det Jeld nichnehm'n."

In der Wirklichkeit geben nämlich auch oft die Mächensalles, was sie sich erwerben, ihremBräutigam". Eine willdie andere übertreffen. Sie kaufen ihm Pelze und Binge,Lackschuhe, silberne Zigarettendosen und goldene Uhren.Wer den andern in die Unterwelt hinabgezogen hat, wer ihndort festhält ob der Mann die Frau oder die Frau denMann oder ob die soziale Lage sie hineingezerrt hat, oderirgendwelche Sonderveranlagung das ist nur sehr schwerin jedem Einzelfall zu ermitteln.

Und so kommt es denn oft zu Aussprachen heftiger Art,in denen er sie anschreit:

Von wegen Bräutigam, dein Freund soll ick sind!"

Aber ebenso oft machen sie auch einander Freuden: dieseMänner und diese Mächen. Da sagt z. B. Krawattenmaxezu seiner Olga:

In Paris tragen jetzt die feinen Meechens Ringe an dieZeh'n, und da bring ick dir ooch wat vor deine Pfoten, Olja."

Und Ede denkt immer an seine Erna und überrascht siezum Geburtstag:

Nee, Ede, die Freide! Du hast dir for mir fotografiernlassen?"

Ja, siehste, wie se mir damals uff'n Alexanderplatzzwangsweise gebützt ha'm, hab ick mir gleich gedacht, detBild klau ick for meine Erna!"

Sie haben denn auch manchmal Gelegenheit, miteinander zuarbeiten.

Doch ist es recht selten geworden, daß ein Mächen mitihrem Mann losgeht und ihm nach einem Überfall auf einenvon ihr Angelockten zuruft:

Da haste nu schon wieda det Messer stecken lassen.So 'ne Bummelei! Du willst een Lude sind!"

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