die Erklärung, wie so viele seiner andern Zeichnungen undWerke, so empfindungsvoll auf uns wirken; weil Zille einMensch voller Poesie ist . .. (Siehe Bild 7 „Zerzauste Kiefer"und die Studie „Weidenbaum" sowie die Schilderung ausAlt-Berlin im Kapitel „Milljöh".)
Auch an den anderen Skizzen merkt man die gute Schule,T in der Zille sich geübt hat: Menzel ist sicher nicht ohne Ein-fluß auf ihn gewesen. Ist doch auch ihm nichts zu gering,daß es nicht gezeichnet und aufgezeichnet werden müßte.Unterwäsche und Strümpfe auf der Wäscheleine — undStiefel. Anton von Werner, der damalige Direktor der Aka-demie, hat ja auch Stiefel gezeichnet und gemalt, mitdurchaus echter Künstlerschaft. Zille notierte ebenso eifrigwie Menzel. Selten zeichnete er sich mehr als ein paarStriche auf. Die aber faßten das ganze Objekt, dessen äußereErscheinung, dessen eigentümliche Bewegung, Beleuchtungund inneres Wesen. Zille schaute und zeichnete unablässig,sammelte ein gewaltiges Wissen. Und arbeitete, arbeitete.Eine Unzahl von Mappen hat er in seinem reifen Leben an-gefüllt mit Studienblättern. Viele große Blätter hat er mitseinen Studien beklebt. Auf beiden Seiten. Mit je dreißigbis vierzig Skizzen. —
Zille malte natürlich keinen Soldatenstiefel wie Antonvon Werner. Er nahm sich richtige „Trittlinge" vor. Under wußte sie so klassisch wiederzugeben, daß sie wirken, alssei ein Schicksal mit ihnen gestaltet. Ein Schicksal sprichtaus diesen brüchigen, zerschlissenen Trittlingen. (Bild -55".)^2)
Alle seine andern Studien — siehe besonders die Kapitel„Zille und seine Modelle", „Zille-Kindheit", „Lehr- undGesellenjahre", „Milljöh" und „Zille-Kinder" — sind vongleicher künstlerischer Inbrunst und Könnerschaft.
Wenn Zille eine Gosse malt, wenn er einen Suppentopf
auf dem Papier verewigt, oder einen Kinderwagen oder
einen Arbeiterkopf mit wenigen Strichen in seiner ver-
I arbeiteten und verbissenen Art festhält: immer ist ein Stück
I lebendige Welt künstlerisch gestaltet.
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