„Det mach man in Zukunft bloß bei deiner Ollen! Sonstfühlt sich die zurückgesetzt!"
Und damit ist alles ausgeglichen. Der Krach, wegen dessender Berliner so verschrien ist, wird vergeblich auf solchenFesten gesucht. Die Weltstadt hat längst den Berliner, undbesonders die mittleren Schichten, die den Zilleball bevöl-kern, zur Toleranz und Nachsicht erzogen. Eine gemeinsameFröhlichkeit überbrückt alles.
Und Frauen, denen man ansieht, daß sie keine handgreif-lichen Spaße verstehen, werden nicht angetastet. Der Berlinerhat dafür einen feinen Geruch. Er fragt wohl eine einzelneHerumschweifende:
„Na, Kleene — suchste mir oder mich?"
„Nee, meinen Bruder suche ich!"
„Wird ein schöner Bruder sein!" meint er lächelnd. „Sollich suchen helfen?"
Wenn sie aber ihn merken läßt, daß sie allein bleiben will,biegt er abseits — fragt vielleicht eine andere „Zillejöhre".
„Biste schon vergeben?"
Und ist dann froh, wenn sie ihm nach einem prüfendenBlick mit zum Tisch seiner „Klique" folgt und ärgert sichhöchstens, daß sie zuwenig Wein trinkt, die Hand aufsGlas hält, wenn er zugießen will, sich heimlich Essen bestellt
und es selbst bezahlt-------wie das jetzt die Berlinerinnen
machen, die „sich nicht verpflichten wollen" — und dieschließlich auch meistens allein nach Hause gehen — undunterwegs in der Untergrund- oder in der Stadtbahn dann aufdie echten Zillefamilien stoßen, die von ihren Vereinsfestennach Hause kommen: mit gewonnenen Muminiumkochtöpfenund anderen Töpfen für nächtliche Zwecke, mit Porzellan-kannen, Würsten, Kaffeemühlen und anderen nützlichenGegenständen, die ihr ganzes Glück auszumachen scheinen ...
Zille aber läßt um diese Zeit im Ballsaal müde den Blei-stift sinken:
„Nu jeht's nicht mehr!"
Die meisten, die ihn quälen, enteilen zum Tanz. Eine dichte
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