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Das Zillebuch : mit 233 meist erstmalig veröf. Bildern
Entstehung
Seite
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,Ick bin schon dreiundsechzig Jahr!'

,So und ich bin siebzig!' antwortete ich. Aber der Kerlwollte nich weichen, wollte sich in die Türe drängen. Wahr-scheinlich hatte er auch gehört, ich wäre reich ..."

Zille lachte belustigt auf und sah unter seinen buschigenBrauen mit seinen munteren Augen vor:

Reich! Ja, wer mich hier so sieht, mang dem vielenGeld!"

Er hatte auf seinem langen Arbeitstisch lauter Päckchenvon Kleingeldscheinen geordnet und klopfte zärtlich aufeinige:Ja man möchte ja so gern an recht viel armeBiester denken. Alle sollen se wat haben . . . Das da is fürde Lise aus Moabit. Als sie noch nich in die Schule ging,habe ich sie mit ihrer Mutter gezeichnet. Vater war nichda. Jetzt hat sie selber schon ein paar Bälger. Aber 'nVater hat sie ooch nich dazu.

Gott ja wie det so is! Die Marie aus de Fennstraßehat ja auch schon mehrere. Die hat ja nu einen Vater fürihre Göhren. Aber den muß sie noch mit pflegen wie 'nkleines Kind: er is verschütt' worden im Kriege . . .

Na überhaupt der Krieg! Der hat uns wat feines ge-bracht . . . Die meisten Päckchen, die gehen an Witwen ausder großen Zeit."

Und ein wehmütiger, von Ironie bewegter Zug zuckte inseinem Gesicht, als er von dergroßen" Zeit sprach.

Nicht alle begnügten sich mit Briefen oder ließen sich ander Tür abfertigen. Einer, der ganz patent aussah, drangganz dreist bis in mein Zimmer vor. Meine Schwieger-tochter, die sonst alle erst abfängt, ist doch kränklich, dasarme Wesen und da hatte sie dem aufdringlichen Kerlwohl nicht energisch die Tür gewiesen.

Da stand er plötzlich in meinem Zimmer:

Er sei abgebaut. Sei Bankbeamter. ,Die Künstler habendoch in der Inflation so schöne Geschäfte gemacht bei derHandelsgesellschaft!'

,Ich nicht!' antwortete ich ihm. ,Ich nich!'

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