bei der öffentlichen Feier seines Geburtstages, inmitten vonmehr als hundert hohen Beamten und andern Prominenten,plagte ihn sein Alter und sein Altersleiden, die Zuckerkrank-heit. Und bei den langen Reden dachte er: Wenn's doch zu
Ende wärel
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Am schlimmsten wurde Zille von seinen Verehrern bedrängt,als er durch die Feier seines siebzigsten Geburtstags in derÖffentlichkeit, in allen Zeitungen, in vielen Reden und beiallen möglichen Gelegenheiten genannt wurde. Er nahm alledie ihm überreich gespendeten Gaben gern an. Sein langerArbeitstisch war mit Feinkostkörben und Blumentöpfen undSträuben gefüllt. Nur über die Blumen war er nicht ganzbegeistert. Am wenigsten über die weißen, großblumigenChrysanthemen, von denen ihm mehrere gebracht wordenwaren. Er sah sie über seine Brillengläser hinweglugend anund meinte leise abwehrend:
„Die haben was Totes an sich, wie weißes Papier. OhneFarbe . . . Das ist ja, wie wenn sie mich schon beerdigen
wollen!"
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Und eine junge Dame, die gar zu gern doch ein Zille-Autogramm haben wollte und mit einem großen eingehülltenBlumentopf sich durch die Tür hineingezwängt hatte in ZillesArbeitszimmer, reichte schüchtern und wortlos dem Meisterihren Blumentopfgruß hin, den er schon mit stillem Grausenin die Hände nahm:
Richtig — wieder eine weiße Chrysantheme!
Er stellte sie zu den übrigen — sah mit gerunzelter Stirnzu der angstvoll Harrenden hin — und ging dann doch aufsie zu, ihre Hand zwischen seine Hände nehmend:
„Na — Kindchen — Sie wollen gewiß auch meine Unter-schrift haben? .... Und schönen Dank für Ihre Aufmerk-samkeit! . . . ."
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