warten, jeder will die Zeitung oder das neue Buch haben —aber es sin ooch Jegner dabei, die da sagen: Berlin würdedadurch beleidigt, verschandelt! Da hab' ick ihn' jesagt:.Meine Herren — det verstehn Se wohl nicht — det is ebenZille sein Milljöh — und aus sein Milljöh kann er ebennich mehr raus!' —
Und ich sagte: ,Er will es auch nicht.' " Z.
Zur Vollendung seines siebzigsten Lebensjahres wurdeeine große Übersicht über seine Werke von der Stadt Berlinim Märkischen Museum veranstaltet. Große Eröffnungsfeier.Der Oberbürgermeister — Stadträte — Stadtväter — man-cherlei wichtige Personen aus der Staats- und Stadtverwaltung.
Der Oberbürgermeister hält eine gründliche Rede auf Zilleund sein Werk. Würdigt sein Wirken. Durch seine Arbeitsei das Berliner Volk in allen seinen Nöten und in seinemhumorvollen Wesen erst so richtig in die Kunst eingeführtworden. Ihm sei es zu verdanken, wenn das Berliner Volknun auch ebenbürtig sei in der großen Kunst. Durch seinMedium habe er es verklärt und habe auch seine scheinbarenSchattenseiten überwunden und auch die Elendesten demHerzen der andern Schichten näher gebracht. Zille aber, dersich nicht wohl fühlte, dachte:
„Die Brust schmerzt, als wenn sie mich sprengen wollte."
Und als auch der Direktor des Museums ihm bei andererGelegenheit Ähnliches sagte, da bedankte sich Heinrich Zilleund wies mit einer Geste auf die Zeichnungen hin, auf denendas Berliner Volk in seiner ganzen ungeschminkten Arterscheint:
„Das gilt ja nur dem Volk. Sie wollen in mir nur dasVolk streicheln . . . ."
Die Feiern machte er vielleicht nicht ganz ungern mit.Aber bei allem Wohlgefühl, das er über seine Popularitätempfand, war es ihm oft im Kreise der ihn umringendenGratulanten und Standespersonen höchst ungemütlich. Ja,
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