Druckschrift 
Das Zillebuch : mit 233 meist erstmalig veröf. Bildern
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

Volkes allen jenen Menschen vor Augen führte, die nichtselbst in diesen erbärmlichen Höfen, Hinterhäusern und Miets-kasernen leben brauchen. Auch im Bild 3 äußert er das inseiner humoristischen Weise. Über das Mittel der humoristi-schen Zeitschriften und Bücher führte er die Kenntnis unddie Anteilnahme an demfünften" Stand auch in die ele-ganten und in die gutbürgerlichen Wohnungen und Land-häuser der besseren Wohngegenden ein . . .

So ist denn Zille selbst auch durchaus nicht begeistert dar-über, daß sich derHofball bei Zille" ebenso wie die sichdaraus entwickelnden Zille-Bälle im riesenhaften Sportpalastzu einem Stelldichein aller nachgemachten Kaschemmen-miezen, unechten Pennbrüder, Schieber und falschen Apachenauswuchsen. Er sagte selbst darüber:

Das sind alles bloß nebensächliche Sachen. Das ist jeradewie der Zille-Ball, was auch bloß een abjelöster Apachen-schwoof is, als wenn es nischt wie blaue Oogen, Schieber-mützen und Salonluden uff de Welt jäbe. Das war jarnichtdas, was ich zeichnen wollte."

Und doch ist Zille nicht nur der soziale Kämpfer. Er istund bleibt in seinem innersten Wesen eine vollblütige Eulen-spiegelnatur, eine immer muntere und ermunternde Eulen-spiegelseele. Darum werden ihn alle lieben selbst jene,die seine Überzeugung nicht teilen. Denn ursprünglicherHumor ist immer willkommen.

Und weil in diesem Buch das Wesentliche von seinenScherzen und Schnurren und viel mehr Bedeutsames undBelustigendes, das noch nirgends veröffentlicht war, gesam-melt ist und seinen Freunden und Verehrern dargebrachtwird, hoffe ich, daß alle sich gern dem kräftigen und er-munternden Humor Heinrich Zilles hingeben werden.

1929. Hans Ostwald.

Manche Abschnitte hat Heinrich Zille selbst geschrieben; dieanderen schrieb ich nach den ganz persönlichen und sehr anschau-lichen Erzählungen Zilles.

16