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1 (1883) (IV.) Erste Rede gegen Philippos [u.a.] (I - III.) Olynthische Reden
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EINLEITUNG

mit Philippos eingetreten, und dafs es jetzt an den Athenern sei,diese günstige Wendung zu nutzen, und in beiden Verhandlungenscheine die Frage gestellt, wie die von Olynth gleich anfangs er-betene Hülfe zu leisten sei (s. 2, 1. 2. 11. 3, 610). Zweitenslenke der Redner den Blick nirgends auf einen unbefriedigendenGang der Kriegsereignisse; es scheine deshalb, dafs der Grundder wiederholten sorglichen Verhandlung jener Frage vielmehrin dem schleppenden Gang der Beratungen des athenischen Vol-kes zu suchen sei, welches zwar den Olynthiern, die verlangteHülfe zu gewähren beschlossen habe, über die Mittel aber, mitdenen dieselbe zu leisten sei, insbesondere Uber die Art der Geld-beschaffung zu keinem endgültigen Entschlüsse habe gelangenkönnen. Drittens sei dem neuesten Herausgeber der Demegoriendes Demosthenes, H. Weil (Harangues de D., Paris 1873) einzu-räumen, dafs wenn man die Zeitberechnung in § 5 der drittenRede genau nähme, dieselbe vor November 349 zu setzen sei.Auch Blafs pflichtet unter Beibringung neuer Gründe Att. Bereds.III, 1. S. 277 ff. der Meinung bei, dafs die drei Reden kurz hin-tereinander im J. 349 gehalten seien. Nach der ersten Rede seiChares nach Olynth beordert worden. Nach der zweiten aber seinichts Wesentliches geschehen, sodafs D. erst durch die dritteden Eifer wieder hätte anfachen müssen. In der That scheint es,als ob die olynthischen Reden zunächst wenigstens Stimmungmachen, politische Handlungen mehr vorbereiten, als herbei-führen sollten. Es scheint, als ob die aktive Politik damalsnoch in den Händen anderer gelegen und D. sich begnügt hätte,Hindernisse in den Anschauungen zu beseitigen, anderen zu se-kundieren. Erst in der dritten olynthischen Rede tritt D. aus derReserve hervor: darum ist si e auch im Inhalt die gewaltigste undvoll der mächtigsten Leidenschaft.

Schon in der ersten Rede weist er auf die Notwendigkeit hin,die Hülfsquellen des Staates auf gewissenhaftere Weise zu ver-wenden und durch Verzichtung auf die Theorika (zu 3, 11) dieKosten des Kriegs zu decken. Das freilich griff den Athenern ge-radezu ans Herz, wenn es auch gewifs nicht bei Todesstrafe ver-boten war, daran zu rütteln, wobei man einen hyperbolischenAusdruck mit Unrecht wörtlich fassen wollte (Schol. Olynth. 1,1S. 33, 11 u. a. St., Schäfer I, 185, 1. Vergl. D. Olynt. III; 12);auch war vor der Hand die Gefahr zu einer so aufsergewöhnlichenMafsregel noch nicht grofs und dringend genug. Er richtet daherkeinen bestimmten Antrag darauf, sondern stellt nur die Alter-native, entweder die Überschüsse der Staatseinkünfte wieder zur