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1 (1883) (IV.) Erste Rede gegen Philippos [u.a.] (I - III.) Olynthische Reden
Entstehung
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(II.) DRITTE REDE GEGEN PHILIPPOS.

EINLEITUN6.

Die besondere Veranlassung zu dieser Rede, welche D. nichtlange nach der vorigen noch Ol. 109, 3. 341 sprach, ist nichtbekannt, doch ist, wenn man eine solche durchaus annehmen zumüssen glaubt, aus § 73 zu vermuten, dafs von Diopeithes imChersonesos ein neues Gesuch um Unterstützung mit Geld undTruppen, und überhaupt von dort über den Stand der Dinge undden Fortgang der Unternehmungen des Philippos weitere Nach-richteneingegangenwaren, die aber nichts weniger als erfreulicherund beruhigender Art gewesen zu sein scheinen. Denn währenddie Rede über die Angelegenheiten im Chersonesos noch voneinem frischen Hauche durchweht und offenbar unter dem Ein-flüsse froher Hoffnungen geschrieben ist, welche in der Seele desRedners infolge des kühnen Griffes, den Diopeithes gethan, auf-gelebt waren, ist die vorliegende Rede eher ein Nachtstück zunennen, das zwar in seiner kräftigen Ausführung den noch immerungebrochenen Mut des Patrioten verrät (an konzentrierter Kraftsteht diese Rede allen übrigen voran), in seiner düsteren Färbungaber eine trübe Stimmung und keineswegs frohe Ahnungen durch-blicken läfst. Es war aber auch zum verzweifeln, immer undimmer wieder einem Volke ins Gewissen reden zn müssen, dessenIntelligenz zwar das Vorgetragene als wahr und heilsam erkannte,dessen Indolenz aber allen ernsten Willen und alle Thatkraft voll-ständig niederhielt. Und was hatte D. in den zwülf Jahren seinesStaatslebens errungen? Der Wohlstand Athens war untergraben,sein Handel gelähmt, seine Kassen erschöpft, seine auswärtigenBesitzungen bis auf weniges verloren, seine Bundesgenossen inFeindesgewalt, der chalkidische Bund gesprengt, Olynthos zerstört,Phokis vernichtet, Euböa durch makedonische Vögte geknechtet,der Peloponnes unterwühlt und in offener Gährung, der Helles-pont bedroht, und die Athener safsen daheim und legten die